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Krieg in der Ukraine : Die Ukraine bekommt bessere deutsche Artillerie

Die Panzerhaubitze RCH 155 des Herstellers Krauss-Maffei Wegmann Bild: KMW

Die Bundesregierung hat der Ukraine den Kauf von 18 Haubitzen des Typs RCH 155 genehmigt. Sie sind noch moderner als die Panzerhaubitze 2000.

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          Die Bundesregierung ist dazu bereit, die Ukraine mit weiteren Artilleriesystemen zu unterstützen. Dabei handelt es sich um 18 Artilleriesysteme des Typs RCH 155. Das bestätigte ein Regierungssprecher am späten Samstagnachmittag. Zuvor hatte die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf ihr vorliegende Dokumente über eine mögliche Genehmigung berichtet. Hinter der kryptischen Abkürzung steckt die modernste Haubitze des Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Erst im August 2021 präsentierte das Unternehmen sie erstmals „im scharfen Schuss“.

          Lorenz Hemicker
          Redakteur in der Politik

          Bei der RCH 155 handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Panzerhaubitze 2000, von denen bereits 18 Stück von der Bundeswehr und den niederländischen Streitkräften an die Ukrainer abgegeben wurden. Das entspricht der Zahl, die gebraucht wird, um ein Artilleriebataillon komplett auszustatten. Die Ukrainer setzen die Panzerhaubitze seit Monaten ein, auch zuletzt bei ihren äußerst erfolgreichen Angriffen an der Ostfront, südöstlich von Charkiw. Aus Bundeswehrkreisen heißt es, sie lobten sie als das beste System, das ihnen zur Verfügung stünde.

          Gegenüber ihr soll die RCH 155 laut Angaben des Herstellers unter anderem noch einmal weiter schießen können. Die Kampfentfernung des 155-Millimeter-Geschützes liegt demnach bei bis zu 54 Kilometern statt bei bis zu 40 mit reichweitengesteigerter Munition bei der Panzerhaubitze 2000. Zudem soll sie leichter sein und die Besatzung besser gegen feindlichen Beschuss schützen – eine Schwachstelle, die Haubitzen generell von Kampfpanzern unterscheiden.

          Ukrainischer Botschafter lobt die Waffen als „großen Beitrag“

          Die Anfrage für die Lieferung der RCH 155 soll laut Angaben der Zeitung der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow bereits Mitte Juli bei seiner deutschen Amtskollegin Christine Lambrecht gestellt haben.

          Dass die deutsche Seite nun die Waffen bereit ist zu liefern, sagte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk am Freitag der „Welt am Sonntag“ auf Anfrage. Damit werde „ein großer Beitrag geleistet, um die Schlagkraft der ukrainischen Armee massiv zu stärken“. 

          In Fachkreisen wird vermutet, dass es bis zur ersten Lieferung noch dauern dürfte. Die ersten RCH 155 wären wohl nicht vor 2025 abgabereif. Allenfalls ein Demonstrator könne früher zur Verfügung stehen.

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