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Erstmals seit 2011 : Zahl der Geflüchteten in Deutschland geht zurück

  • Aktualisiert am

Asylbewerber gehen Mitte Mai auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Thüringen in Suhl spazieren. Bild: dpa

Mitte des Jahres lebten einem Bericht zufolge rund 1,7 Millionen Geflüchtete in Deutschland, etwa 62.000 weniger als Ende 2019. Linken-Politikerin Jelpke fordert die Bundesregierung auf, andere EU-Länder bei der Aufnahme von Migranten zu entlasten.

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          Erstmals seit neun Jahren ist die Zahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge zurückgegangen. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ am Montag unter Berufung auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion berichtet, lebten Mitte dieses Jahres 1,77 Millionen Migranten mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus in Deutschland und damit etwa 62.000 weniger als noch Ende 2019.

          Derzeit leben laut dem Bericht etwa 1,31 Millionen Flüchtlinge mit gesichertem Aufenthaltsstatus in Deutschland – das sind etwa 50.000 weniger als im vergangenen Halbjahr. Gut 450.000 Menschen lebten als Asylsuchende oder Geduldete in Deutschland – 15.000 weniger als im Vorjahr.

          Laut den Statistiken ist es das erste Mal seit Ende 2011, dass sich die Zahl der in Deutschland lebenden Geflüchteten wieder verringert hat. Das Bundesinnenministerium teilte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit, der aktuelle Rückgang sei hauptsächlich dadurch zu erklären, dass der Schutzstatus der Personen widerrufen oder zurückgenommen worden oder erloschen sei. Ein „erheblicher Anteil“ der Betroffenen halte sich nicht mehr im Bundesgebiet auf, sei also ausgereist, sagte eine Sprecherin.

          Die Linken-Politikerin Ulla Jelpke kritisierte die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung scharf. „Wir haben Platz, die Zahlen zeigen es. Zugleich sitzen Zehntausende Schutzsuchende unter unwürdigen Bedingungen in den europäischen Erstaufnahmestaaten fest“, sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

          Deutschland „als reiches Land in der Mitte Europas“ dürfe sich seiner Verantwortung für den Flüchtlingsschutz nicht entziehen, indem es sich „hinter europäischen Stacheldrähten, Hotspot-Lagern und Zurückweisungspraktiken der Mitgliedstaaten mit EU-Außengrenzen“ verschanze.

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