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Rechtsmotivierte Schützen : Von der Schwierigkeit des Waffenentzugs

Kaliber 44 von Magnum: Aufnahme beim Schützenverein im hessischen Friedrichsdorf Bild: Wolfgang Eilmes

Zwei Angriffe, zwei Vereinsschützen, zweimal Hessen: Die mutmaßlichen Täter in Kassel und Wächtersbach nutzten Schusswaffen, um ihre Opfer zu attackieren. Doch eine Verschärfung des deutschen Waffenrechts hätte die Taten kaum verhindern können.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Zwei fremdenfeindlich motivierte Angriffe innerhalb weniger Wochen: Nach den Vorfällen in Hessen, beide verübt durch Mitglieder von Schützenvereinen, werden Rufe nach einer stärkeren Reglementierung des Waffenbesitzes laut. Sowohl der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke als auch der Täter von Wächtersbach waren Mitglied im örtlichen Schützenverein. Stephan E. aus Kassel war als „Referent für Bogensport“ im Vorstand des „Schützenclubs 1952 Sandershausen“. Dort habe er keinen direkten Zugang zu Waffen gehabt, aber im Training schießen können, wie er wollte, sagte der Vereinsvorsitzende Reiner Weidemann der F.A.Z.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Roland K., der am Montag einen Eritreer lebensgefährlich verletzte, war seit 2001 Mitglied im Schützenverein „Neudorf 61“ in Brachtal nahe Wächtersbach. Nach Angaben des dortigen Vereinsvorsitzenden Hans-Georg Jost gewann er mehrmals Kreismeisterschaften in verschiedenen Disziplinen, hauptsächlich im Bereich „Kurzwaffen“, also Pistolen oder Revolver. Eine „Kurzwaffe“ nutzte er auch, um am Montag die Schüsse auf den Eritreer abzufeuern, der aus Sicht der Staatsanwaltschaft allein aufgrund seiner Hautfarbe zum Opfer wurde.

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