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Problem oder nicht? : Deutscher Lehrerverband widerspricht Rassismusvorwürfen

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Deutschunterricht einer Intensivklasse, bestehend aus Flüchtlingskindern, Jugendlichen und jungen Erachsenen in Remsfeld im Jahr 2016 Bild: Daniel Pilar

Der Chef des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sagt, die Schulen hätten das Problem im Auge. Ein anderer Verbandsvertreter widerspricht.

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          Der Chef des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat sich gegen den Vorwurf eines weit verbreiteten Rassismus an deutschen Schulen gewehrt. „Dass es einen massiv sich ausbreitenden Rassismus an Schulen gibt, den die Lehrer nicht im Griff haben - dieser Darstellung möchte ich entschieden entgegentreten“, sagte er der „Welt“ (Montag).

          Schulen seien immer ein Spiegelbild der Gesellschaft, „das heißt, auch dort gibt es Rassismus. Es ist aber nicht so, dass Schulen beispielsweise systematisch wegschauen würden – im Gegenteil: Die Schulen haben das im Auge.“ Dennoch müssten Lehrer besonders sensibel für Rassismus sein und wissen, wie sie mit bestimmten Äußerungen im Klassenzimmer umgehen können. „So manchem Lehrer, der kein gesellschaftswissenschaftliches Fach unterrichtet, dürfte das nicht so leicht fallen“, sagte Meidinger, der eine Schule in Bayern leitet.

          Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sieht die Lage kritischer : „Wir würden uns einen Bärendienst erweisen, in diesem Kontext nur von Einzelfällen zu sprechen und die Bedeutung des Themas so abzutun.“ Es brauche eine intensivere Auseinandersetzung mit Rassismus als Form von Gewalt an Schulen, so Beckmann.

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