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Kommentar zur deutschen Marine : Kein Schrott

Kein Narrenschiff: Das Steuerrad und ein Teil der Masten der Gorch Fock (Archivbild) Bild: dpa

Die Gorch Fock war der Aufreger zum Jahresauftakt. Doch wer alles bei der Marine zu „Schrott“ abstempelt, diskreditiert die Bundeswehr zu Unrecht. Es gibt Grund zur Zuversicht.

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          Zwei Ereignisse beschäftigen an diesem Donnerstag die Deutsche Marine. Es geht um Zukunft und Vergangenheit. Zum einen besucht eine größere Delegation von Bundestagsabgeordneten das Segelschulschiff „Gorch Fock“ auf dem Schwimmdock in Bremerhaven. Mittags begann zuvor wenige Kilometer entfernt auf der Lürssen-Werft der Bau von fünf modernen Korvetten der „Braunschweig-Klasse“. Beide Termine sind geeignet, ein anderes, helleres Licht auf die Marine zu werfen. Denn die hat keineswegs nur „alles Schrott“ zu bieten und ist auch nicht auf Grund gelaufen, wie teilweise hart geurteilt wurde.

          Anlaß zur Kritik hatte es allerdings auch reichlich gegeben. Neben den allgemeinen Mängeln bei der Ausstattung auch der Marine war dann vor allem die „Gorch Fock“ zum Aufreger des Monats geworden. Bei dem Projekt haben sich Wehrverwaltungen und Werftmanager offenkundig Versäumnisse zu Schulden kommen lassen. Eine explosionsartige Kostensteigerung von zehn auf 130 Millionen Euro, der Korruptionsverdacht gegen einen Mitarbeiter des Marine-Arsenals, aufkommende Details über ein dubioses Werft-Konstrukt aus Stiftung und diversen Vermögensabteilungen, all das war geeignet, Zweifel am guten Ausgang für die „Gorch Fock“ zu wecken. Übersehen wurde dabei allerdings, dass zumindest nicht alle  Kosten in die Weser oder dunkle Kanäle geflossen sind. Zuschreibungen über das Schiff als rostig, löchrig, schimmelig oder Wrack konnten nur Beobachter von sehr weit außen verfassen.

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