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Kommentar : Deutsche Kultur

Wenn eine deutsche Staatsministerin und Integrationsbeauftragte meint, eine deutsche Kultur sei nicht identifizierbar – dann ist das deutsche Kultur.

          Das ganze Kabinett fühlt sich nach Aussage von Bundeskanzlerin Merkel von der Verunglimpfung der Integrationsbeauftragten, Aydan Özoguz, durch den AfD-Spitzenkandidaten Gauland persönlich betroffen. In der Tat: Wer empfiehlt, eine deutsche Staatsministerin in Anatolien zu „entsorgen“, offenbart ein erschreckendes Bild von Mensch und Staatsvolk.

          Doch hätte man auch gern von der Kanzlerin gewusst, ob sie und ihr Kabinett die Äußerung der Staatsministerin teilen, „eine spezifisch deutsche Kultur“ sei „jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar“. Dabei hat doch alle Welt ein Bild vom Deutschsein und von deutscher Kultur – wie auch jeder ein Bild etwa von italienischer Kultur hat, wie stimmig diese Vorstellung auch sein mag.

          Dass in Deutschland seit jeher Einwanderer heimisch geworden sind, dass seine Kultur einem ständigen Wandel ausgesetzt ist, spricht nicht gegen ihre Existenz. Frau Özoguz könnte genauso gut die Existenz des deutschen Volkes in Abrede stellen. Doch auf dieses kulturlose Volk hat sie ihren Amtseid geleistet. Das ist tatsächlich deutsche Kultur.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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