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Rückholaktion : Deutsche Dschihadistinnen sind aus Syrien zurück

Eines der 23 Kinder, die in der Nacht auf den 7. Oktober 2021 aus einem Gefangenenlager in Syrien nach Frankfurt geflogen wurden. Bild: dpa

Die Bundesregierung hat acht deutsche Frauen und ihre 23 Kinder aus syrischen Lagern zurückgeholt. Sie sollen dem „Islamischen Staat“ angehört haben. Drei von ihnen ließ der Generalbundesanwalt bei ihrer Ankunft festnehmen.

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          Nach der zweiten größeren Rückführung von Frauen und Kindern aus einem syrischen Lager für ehemalige Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat sich Außenminister Heiko Maas (SPD) erleichtert gezeigt. Er sei froh, dass in der Nacht auf Donnerstag weitere 23 deutsche Kinder aus einem Lager in Nordostsyrien nach Deutschland zurückkehren konnten, sagte Maas. Die Kinder treffe keine Schuld. Es sei richtig, alles dafür zu tun, „ihnen ein Leben in Sicherheit und einem guten Umfeld zu ermöglichen“. Die Mütter der Kinder würden „sich vor der Strafjustiz für ihr Handeln verantworten müssen“.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.
          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.
          Marlene Grunert
          Redakteurin in der Politik.

          Sechs der mutmaßlichen IS-Anhängerinnen wurden bei ihrer Ankunft in Frankfurt festgenommen, drei von ihnen auf Veranlassung des Generalbundesanwalts; sie befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft. Die drei Frauen sollen zwischen 2014 und 2015 mit ihren Kindern nach Syrien gereist sein und sich dem IS für einige Jahre angeschlossen haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen unter anderem Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor; eine von ihnen soll außerdem Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit geleistet haben. Sie soll eine von der Terrormiliz versklavte Jesidin überwacht haben.

          Alle Frauen und Kinder, die nun zurückgeholt wurden, befanden sich zuletzt im Lager Roj in Nordostsyrien; davor hatten einige von ihnen in dem von kurdischen Kämpfern bewachten Gefangenenlager al-Hol gelebt. Es ist berüchtigt. Etwa 62000 Angehörige sogenannter IS-Familien, zum allergrößten Teil Frauen und Kinder, leben in al-Hol unter erbärmlichen Bedingungen. IS-Kämpfer werden an anderen Orten gefangen gehalten. Die Kurdischen Kräfte (Getreue des PKK-Anführers Abdullah Öcalan), welche die Region kontrollieren, schlugen wiederholt Alarm. Ihnen geht es in erster Linie um das Risiko, das die Bewohner der Lager darstellen. Immer wieder werden Morde gemeldet, in diesem Jahr sollen es mehrere Dutzend gewesen sein. Immer wieder werden auch Wachleute angegriffen. Der Verdacht richtet sich gegen IS-Dschihadistinnen, die ihre extremistische Ideologie nicht aufgegeben haben, andere Insassen terrorisieren und radikalisieren.

          Dschihadistische Echokammern?

          Westliche Sicherheitsbehörden sind ebenfalls besorgt, dass die Internierungslager und Gefängnisse in Nordostsyrien zu einer dschihadistischen Echokammer werden. Die Appelle der kurdischen Führung an das Ausland, die eigenen Landsleute zurückzuholen, verhallen trotzdem weitgehend ungehört. Auch die deutsche Bundesregierung war bisher zurückhaltend, vor allem was männliche IS-Kämpfer betrifft. Eine baldige Rückkehr steht ihnen kaum in Aussicht. Im vergangenen Dezember wurden schon einmal drei Mütter, deren fünf Kinder sowie sieben Waisen aus der Region nach Deutschland gebracht. Damals arbeitete das Auswärtige Amt, das in Syrien keine diplomatische Vertretung unterhält, mit Finnland zusammen. Zu jener Zeit wurde gemeldet, es seien von den rund tausend deutschen Staatsbürgern, die sich der Terrormiliz angeschlossen hatten, noch rund 30 Männer, 50 Frauen und 150 Kinder in der Region.

          An der jüngsten Rückführungsaktion war auch Dänemark beteiligt, das seinerseits drei Frauen und 14 Kinder ausflog. Bei den Zurückgeführten soll es sich um Personen handeln, die von den lokalen Stellen in Nordostsyrien als besonders schutzbedürftig eingestuft wurden. Bei den Kindern wurden Krankheiten berücksichtigt oder der Umstand, dass Sorgeberechtigte in Deutschland leben. Maas dankte den Ansprechpartnern in der Region am Donnerstag für die Unterstützung, vor allem der kurdischen Selbstverwaltung in Nordostsyrien.

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