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Deutsche Einheit : Westliche Maßstäbe passen nicht mehr für den Osten

  • -Aktualisiert am

Das Gebäude der früheren Poliklinik des ehemaligen Schwermaschinenbau-Kombinat „Ernst Thälmann“ am 14.06.2011. Bild: ZB

Seit drei Jahrzehnten wird der Osten Deutschlands an der Norm des Westens gemessen. Doch Unterschiede einfach zu akzeptieren und nicht abzuqualifizieren, könnte Land und Leute zusammenbringen.

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          In gut zehn Jahren wird Deutschland so lange wiedervereint sein, wie es zuvor geteilt war, und es ist nicht schwer zu prognostizieren, dass es auch nach 40 Jahren Einheit Unterschiede zwischen Ost und West geben wird. Die Frage ist, ob diese Unterschiede – jenseits der heute nach wie vor in Ostdeutschland deutlich längeren Arbeitszeit bei geringeren Löhnen sowie der inzwischen beschlossenen Angleichung der Renten – noch so maßgeblich sind, dass es einer weiteren Angleichungsdiskussion bedarf.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, der lediglich das Wort als Einflussmöglichkeit hat, muss sie jedes Jahr qua Amt führen. Und so lauteten die nach der Veröffentlichung des Berichts zum Stand der Deutschen Einheit vorhersehbaren Schlagzeilen auch diesmal wieder „Der Osten hinkt noch hinterher“ oder „Der Osten holt weiter auf“. Sie verdeutlichen das grundsätzliche Problem des „Vereinigung“ genannten Prozesses: Der – in sich auch sehr unterschiedliche – Westen ist nach wie vor Norm und Maßstab sämtlicher Bewertungen und Sichtweisen des geeinten Landes.

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