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Deutsche Burschenschaft : Kleiner und rechter

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Außerdem findet sich auf dem Terminkalender der Wiener Burschen am 10. November 2012 der Eintrag „Schönererkneipe“. Das Urteil über die Person, der mit der Kneipe gehuldigt wird, Georg Ritter von Schönerer, fällt einhellig aus: Schönerer sei ein radikaler Antisemit mit starkem Einfluss auf Adolf Hitler gewesen, sagen Historiker. In „The Origins of Totalitarianism“ nannte ihn Hannah Arendt „einen geistigen Vater Hitlers“. Der Teutonia ist der „Führer der Alldeutschen Vereinigung“ trotzdem ein Vorbild.

Ramsauer: „Dreiste rechtslastige Provokationen“

So rückt die DB weiter nach rechts und wird kleiner. Durch den Exodus der liberalen Bünde wird sie zum Tummelplatz für nationalistisch Verblendete. Unter den letzten Burschenschaften, die dem Verband den Rücken kehrten, ist die Münchner Burschenschaft Franco-Bavaria. Sie war mit mehr als 300 Mitgliedern die größte Verbindung der 1818 gegen feudale Kleinstaaterei und für Meinungsfreiheit gegründeten Allgemeinen Deutschen Burschenschaft. Der Austritt schmerzt den Verband nicht nur zahlenmäßig. Die DB verliert auch ein bekanntes Gesicht. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) ist Mitglied der Franco-Bavaria.

Die Dachvereinigung hat somit ihren politisch ranghöchsten Burschenschafter verloren. In einem Interview mit der „Schwäbischen Zeitung“ warf Ramsauer unlängst seinen einstigen Verbandsbrüdern „immer dreister werdende rechtslastige Provokationen“ vor. Er sei es leid, in den Postillen völkisch geprägter Verbindungen neben dem Emblem der NPD und neben sächsischen Landtagsabgeordneten dieser Partei abgebildet zu werden. „Es ist mir guten Gewissens nicht mehr möglich, mich zur Deutschen Burschenschaft zu bekennen oder gar mich für diese zu engagieren“, sagte Ramsauer. Zur Wahrheit gehöre, dass der Rechtsruck im Verband mit der Aufnahme österreichischer Gruppen wie der Wiener Teutonia im Jahr 1971 drastisch an Fahrt gewonnen habe.

Bloggen für die Burschenherrlichkeit

Ob sich die ausgetretenen Burschenschaften in einem neuen Verband zusammenschließen, ist noch nicht entschieden. Manche der ehemaligen DB-Mitglieder arbeiten aber jetzt schon zusammen: Die Initiative „Burschenschafter gegen Neonazis“ bloggt unter anderem auch im Internet gegen ihre ehemaligen Dachverbandsbrüder. Sie will die Behörden auf rechtsextreme Burschenschafter aufmerksam machen, akademischen Rechtsextremismus öffentlich diskutieren und die Gründung einer „neuen Organisationsstufe für demokratische Verbindungsstudenten und Verbindungsstudentinnen“ begleiten.

Die Initiative hat bislang jeden Austritt aus der DB auf ihrer Plattform gemeldet. Den jüngsten Rückzug der Münchener Burschenschaft Arminia-Rhenania sehen die Blogger als weiteren „schweren Schlag für den Verband“: Damit verliere die DB auch den innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), der Mitglied der Arminia-Rhenania ist. „Es fehlen nun zwei wichtige politisch-psychologische Schutzschilde“, schreiben die Blogger auf ihrer Seite. Sie könnten die mediale Speerspitze sein, wenn es darum geht, die Burschenherrlichkeit an anderer Stelle und in anderer Form wieder aufleben zu lassen - „froh und ungebunden“, wie es in dem alten Studentenlied heißt.

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