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Jüdische Emigranten : Der schmerzhafte Weg zurück

Bild: Micha Theiner

Eva Alberman musste 1933 mit ihren Eltern aus Berlin fliehen. Nach Jahrzehnten in London wollen ihre Kinder nun Deutsche werden. Doch die Staatsbürgerschaft wird ihnen verweigert.

          10 Min.

          Es fing an mit dem Brexit. Ein paar Monate vor dem Referendum saß Daniel Alberman mit seinem Bruder David und der Schwester Deborah zusammen, und die drei entschlossen sich, den Antrag zu stellen. Das Wichtigste dafür, den Segen der Mutter, hatten sie. Alles andere sollte Formsache sein: ein Brief an die deutsche Botschaft, der ausgefüllte Fragebogen und die Geschichte von Mutter und Großeltern, wie sie im Mai 1933 überstürzt aus Berlin geflohen waren. Das deutsche Grundgesetz, das wussten die Geschwister, gibt den von den Nationalsozialisten verfolgten einstigen Deutschen und ihren Nachkommen eigentlich das Recht, wieder Deutsche zu werden.

          Alexander Haneke

          Redakteur in der Politik.

          Bis dahin hatten sie eine lange Reise hinter sich, wie es Daniel beschreibt. Die Kindheit in dem weitläufigen Haus im Londoner Norden, vollgestopft mit deutscher Kultur. Die Bücher, das deutsche Essen, der Bösendorfer Flügel und ein kleines Gedicht, von Goethe handgeschrieben, das versteckt in einer Ecke hängt. Der Dichter hatte es einst einer Gräfin mitsamt seiner Schreibfeder zugesandt. Mit Tante Martha, die im Haus wohnte, hatte die Mutter immer Deutsch gesprochen.

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