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Linke nach der Wahl : Sahra Wagenknecht wird ihre Partei nicht retten

  • -Aktualisiert am

Sahra Wagenknecht am Marx-Engels-Denkmal in Berlin Bild: Imago

Noch in der Wahlnacht riefen Linke nach Sahra Wagenknecht. Doch die hat ihrer Partei schon genug geschadet. Das zeigt der vergiftete Freispruch im Parteiausschlussverfahren gegen sie.

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          Nur eine Besonderheit des Wahlrechts hat die Linke vor dem Höllensturz bewahrt. Sie scheiterte bei der Bundestagswahl an der Fünfprozenthürde, flog aber nicht aus dem Parlament, weil sie in Berlin und Leipzig drei Direktmandate gewann. Exakt so viele sind nötig, um die Fünfprozenthürde auszuhebeln. Dass das in vier Jahren wieder gelingt, ist unwahrscheinlich. Die realsozialistischen Gewohnheitswähler-Milieus sind so viele Jahre nach der Wiedervereinigung weitgehend weggestorben.

          Um ihren Verbleib im Bundestag zu sichern, müsste die Partei mehr linke Wechselwähler gewinnen. Überregional bekannte Führungspersonen könnten dabei helfen. So schien es schlüssig, dass manche Spitzengenossen schon in der Wahlnacht forderten, Sahra Wagenknecht müsse nun wieder „stärker nach vorne gestellt“ werden. Die frühere Fraktionsvorsitzende versteht es, mit scharfsinnigen Debattenbeiträgen Aufsehen zu erregen, wird gerne in Talkshows eingeladen und ist die beliebteste Politikerin der Linken. Doch mit Wagenknecht wird es für die Linke ganz bestimmt kein Aufstiegswunder geben.

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