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Gewalt am 1. Mai : „Linker Hass wird verharmlost“

Demo am Vorabend des 1. Mai 2016 auf der Hamburger Reeperbahn Bild: dpa

Der Politikwissenschaftler Klaus Schroeder über Gewaltrituale, Rechtfertigungsstrategien der linksextremen Szene und Angriffe auf AfD-Politiker.

          6 Min.

          Herr Schroeder, im vergangenen Jahr verliefen die Demonstrationen zum 1. Mai in Berlin und Hamburg erstmals etwas friedlicher als in den Jahren zuvor. Verzichtet die linksextreme Szene neuerdings auf die üblichen Gewaltrituale?

          Susanne Kusicke
          Redakteurin der Politik.

          Nein, einen prinzipiellen Gewaltverzicht seitens der linksextremen Szene gibt es weder für den 1. Mai noch bei anderen Anlässen. Der 1. Mai und die Gewaltausbrüche an diesem Tag sind ein Mythos und ein Ritual, an dem sich die Angehörigen dieser Szene hochziehen, ein Ansporn, dass etwas geschehen soll. Ich habe erst gestern etwas dazu auf Indymedia gelesen: „Kommt am 1. Mai in den Berliner Stadtteil Friedrichshain! ... Das Wohnungsproblem kennt in den Metropolen keine Grenzen mehr. Kein Kiez oder Bezirk ist davon verschont geblieben. ... Wo uns die Bewegung der Gelbwesten in Frankreich dabei inspirieren kann, ist ihr Bewusstsein eines Konfliktes mit Staat und Kapital, dem nicht friedlich und passiv begegnet werden kann.“ Also, sie propagieren offen Gewalt. Ob dann auch Gewalt ausgeübt wird, liegt an der polizeilichen Strategie am 1. Mai. In Berlin ist das oft ausgeartet, mit zum Teil Hunderten verletzten Polizisten. In den letzten Jahren hält sich die Polizei zurück, greift aber hart durch, sobald Gewalt beginnt. Das hat einigen Erfolg gehabt, so dass es zwar noch kleinere Ausschreitungen gibt, aber nicht mehr gleichzusetzen mit früheren Jahren.

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