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Christian Dürr : So tickt der neue FDP-Fraktionschef

Christian Dürr (FDP, l) steht neben Christian Lindner vor der Sitzung der FDP-Fraktion im Bundestag. Bild: dpa

Der Niedersachse Christian Dürr gilt als enger Vertrauter von FDP-Parteichef Christian Lindner. Dessen Aufstieg zum Bundesfinanzminister verschafft dem uneitlen Teamplayer ein wichtiges Amt.

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          Mit der Regierungsbeteiligung der FDP bot sich für auch Christian Dürr die Gelegenheit, einen Schritt nach vorne zu tun. Für einen Ministerposten reichte es zwar noch nicht, weil die Herren Lindner, Buschmann und Wissing in der parteiinternen Hierarchie vor ihm stehen. Dem 44 Jahren alten Politiker aus Niedersachsen ist es aber gelungen, den nächstwichtigen Posten zu bekommen: Am Dienstag wurde Dürr zum neuen FDP-Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag gewählt. Er folgt in dem Amt Parteichef Lindner nach, der an diesem Mittwoch als Finanzminister vereidigt werden soll.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Das Vertrauensverhältnis zu Lindner ist der wohl wichtigste Grund dafür, weshalb Dürr künftig an der Spitze der Fraktion steht. Ein anderer Grund ist der Länderproporz: Ebenso wie die CDU wird auch die FDP gegenwärtig von Männern aus Nordrhein-Westfalen dominiert, denn von Düsseldorf aus hat Christian Lindner die Partei nach ihrem Beinahe-Untergang ab 2012 wieder aufgerichtet. Der Landesverband wurde mit den Ministerposten für Lindner und Buschmann nun reich dafür belohnt.

          Wenn nötig mit Emotion und Schärfe

          Niedersachsen ging zunächst leer aus, obwohl die FDP dort über eine Fülle jüngerer und zugleich erfahrener Politiker verfügt, wie man sie nur selten antrifft. Diese Entwicklung geht zurück auf das Jahr 2003, als beim Wiedereinzug der FDP in den Landtag unter der Führung des Seniors Walter Hirche eine Reihe sehr junger Männer in das Politikgeschäft kam. Christian Dürr aus der Region Oldenburg war einer von ihnen und stieg schon 2009 zum FDP-Fraktionsvorsitzenden im Landtag auf.

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          2017 wechselte Dürr dann in den Bundestag, auch weil er in Hannover nicht an dem FDP-Landesvorsitzenden Stefan Birkner vorbeigekommen wäre – und dies auch nicht wollte, denn beide arbeiten bis heute eng zusammen. Dürr und Birkner stehen als Personen auch für den teamorientierten, uneitlen und sachlichen Politikstil der niedersächsischen FDP, in der man eher mit dem Passat nach Spiekeroog fährt als mit dem Porsche nach Sylt.

          In parlamentarischen Debatten versteht es der verheiratete Familienvater Dürr gleichwohl, den Standpunkt seiner Partei mit Emotion und wenn nötig auch mit Schärfe zu verfechten. In der vergangenen Legislaturperiode waren es vor allem Fragen der Haushaltspolitik, zu denen der Protestant im Bundestag sprach. Auch wenn der Diplom-Ökonom aufgrund seines frühen Wechsels in die Politik nie eine herausgehobene Stellung in einem Unternehmen ausfüllte, zählt Dürr zum wirtschaftsliberalen Flügel seiner Partei. Mit Blick auf mögliche künftige Ämter kann sich Dürr nun weitere Themenfelder erschließen.

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