https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/der-naechste-austritt-auch-anke-domscheit-berg-verlaesst-die-piratenpartei-13166068.html

Der nächste Austritt : Auch Anke Domscheit-Berg verlässt die Piratenpartei

  • Aktualisiert am

Nicht mehr in der Piratenpartei: Anke Domscheit-Berg Bild: dpa

Nach Christopher Lauer verliert die Piratenpartei mit der Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg binnen weniger Tage das zweite prominente Gesicht. Vor allem in der Hauptstadt kämpft die Partei mit einer Austrittswelle.

          2 Min.

          Die Piratenpartei hat in Berlin und Brandenburg binnen weniger Tage mehrere prominente Mitglieder verloren. Die frühere märkische Landeschefin Anke Domscheit-Berg kündigte am Sonntag auf ihrer Internetseite ihren Parteiaustritt an. Dort schreibt die Netzaktivistin: „Vor 2,5 Jahren wurde ich Mitglied der Piratenpartei, weil ich glaubte, innerhalb der Partei effektiver für meine Überzeugungen kämpfen zu können. Ich trete nun aus, weil ich glaube, dass inzwischen das Gegenteil der Fall ist.“

          Erst am Donnerstag hatte der Berliner Landeschef Christopher Lauer die Partei verlassen. Am Samstag sei zudem der ehemalige Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus, Oliver Höfinghoff, ausgetreten, sagte der politische Geschäftsführer der Piraten-Partei Deutschland, Kristos Thingilouthis, am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Er sei wie Domscheit-Berg Teil der Gruppe „Progressive Plattform“ gewesen.

          „Sie war unzufrieden“

          Höfinghoff sagte gegenüber der Zeitung „Neues Deutschland“: „Die Reaktionen auf Christopher Lauers Austritt haben das Fass zum Überlaufen gebracht.“ Medienberichten zufolge soll auch die Berliner Piraten-Politikerin Anne Helm gegangen sein. Wie Domscheit-Berg hatte Helm bei der Europawahl für das Europaparlament kandidiert.

          Der Vorstand der Berliner Piratenpartei wollte am Sonntagabend in einer Sondersitzung über Konsequenzen nach dem Austritt ihres Vorsitzenden Christopher Lauer beraten.

          Ist auch ausgetreten: Christopher Lauer
          Ist auch ausgetreten: Christopher Lauer : Bild: dpa

          Geschäftsführer Thingilouthis sagte zu der Entscheidung von Domscheit-Berg: „Ich finde es schade, dass sie geht.“ Es sei aber abzusehen gewesen, fügte er hinzu. „Sie war unzufrieden.“ Die 1968 in Premnitz (Havelland) geborene Netzaktivistin war von August 2013 bis Juli 2014 Landeschefin der märkischen Piraten-Partei. Sie sei danach jedoch nicht mehr zur Wahl angetreten, sagte ein Sprecher des Landesverbandes.

          Auf ihrer Internetseite schrieb Domscheit-Berg in dem langen Bericht mit der Überschrift „Der letzte Tropfen war zu viel. Tschüss, Piratenpartei“ weiter: „Ich habe nichts mehr verloren in einer Partei, deren „sozialliberale“ Mitglieder mehrheitlich die Zusammenhänge in einer digitalen Gesellschaft nicht verstanden haben und glauben, eine Konzentration auf 1, 2 Netzthemen sei ausreichend.“

          Über den Blog hinaus wollte sich Domscheit-Berg allerdings nicht äußern. Aus Parteikreisen verlautete jedoch, dass ihre Austrittserklärung noch nicht eingegangen sei. Vor ihrem Engagement in die Piratenpartei war Domscheit-Berg Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen.

          Ob sich Domscheit-Berg nun möglicherweise in einer anderen Partei engagieren will, blieb zunächst unklar. In dem Beitrag schrieb sie lediglich: „Ich werde weiterhin dafür kämpfen, die Welt zu verbessern - als kleines Zahnrad in einem großen Getriebe, weil ich immer noch glaube, dass auch kleine Zahnräder dazu beitragen können.“

          Weitere Themen

          Erstmals Entschädigung für Impffolgen

          Corona in Italien : Erstmals Entschädigung für Impffolgen

          Ein Gericht in Genua hat den Hinterbliebenen einer Frau, die an den Folgen einer Corona-Impfung starb, eine Entschädigung von 77.468 Euro zugesprochen. Den Eltern des Opfers ist das zu wenig.

          Eine neue Form von Staatsfeinden

          Verfassungsschutz : Eine neue Form von Staatsfeinden

          Nach zwei Jahren Corona-Pause wird auf dem Symposium des Verfassungsschutzes spür- und sichtbar, wie Präsident Haldenwang die Behörde anders führt. In den Reden liegt der Fokus auf russischer Desinformation und neuen Formen staatsfeindlicher Haltungen.

          Topmeldungen

          Das Uhlenhaut-Coupé im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart

          Für 135 Millionen Euro : Mercedes verkauft das teuerste Auto der Welt

          Das teuerste Auto der Welt ist jetzt ein Mercedes. Von dem Auto aus dem Jahr 1955 gibt es nur zwei Exemplare. Für die illustre Versteigerung hat der Konzern eigens sein Museum geschlossen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis
          Sprachkurs
          Lernen Sie Englisch
          Kapitalanlage
          Pflegeimmobilien als Kapitalanlage