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„Osmanen Germania“ : Wer sich widersetzt, dem wird ins Bein geschossen

Hände hoch: In einem „Imagefilm“ verkünden die „Osmanen Germania“: „Wir kommen und übernehmen das ganze Land“ – nun sind sie verboten. Bild: youtube/A-Movies

Die rockerähnliche Gruppe „Osmanen Germania“ verübt seit Jahren schwere Straftaten. Nun hat der Innenminister die Organisation verboten. Wird das helfen?

          6 Min.

          Forst ist ein kleines badisches Nest im Nordosten Karlsruhes. Am Dienstagmorgen um sechs Uhr wurde es unruhig in dem Ort mit 8000 Einwohnern. Schwerbewaffnete Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos stellten einem Mitglied des „Weltvorstandes“ der rockerähnlichen Gruppierung „Osmanen Germania BC“ die Verbotsverfügung von Innenminister Horst Seehofer (CSU) zu und klärten den Mann darüber auf, dass von nun an jegliche weitere Tätigkeit für die türkisch-nationalistische Organisation untersagt sei. „Wir haben bei solchen Einsätzen natürlich das Interesse, Kutten, Insignien, Waffen und vor allem Vereinsvermögen zu beschlagnahmen“, sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Landeskriminalamts.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          An sieben weiteren Orten im Südwesten und zudem an Orten in Rheinland-Pfalz, Bayern, Nordrhein-Westfalen und in Hessen, wo sich im Kreis Offenbach die Zentrale der „Osmanen“ befand, wurden um Punkt sechs Uhr Polizisten bei Mitgliedern der Gruppierung vorstellig. Denn von den „Osmanen Germania“ geht nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden eine „schwerwiegende Gefährdung“ für die Allgemeinheit aus. Mit Seehofers Verfügung ist die rockerähnliche Gruppierung „einschließlich ihrer Teilorganisationen“ verboten. „Abermals haben Bund und Länder gezeigt, dass sie entschieden alle Erscheinungsformen organisierter Kriminalität in Deutschland bekämpfen“, sagte Seehofer in Berlin. „Wer den Rechtsstaat ablehnt, kann von uns keine Nachsicht erwarten.“

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