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Essener Norden : An den Grenzen der Integrationsfähigkeit

Ein Viertel mit vielen Problemen: Leerstand auf einer Einkaufsstraße in Altenessen. Bild: Stefan Finger

Im Essener Norden sind die Probleme schon lange bekannt. Ein Sozialdemokrat spricht das offen an. Doch in seiner Partei wollen das nur wenige hören.

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          Bitte glauben Sie nicht, dass bei uns nachts Barrikaden brennen“, hat Karlheinz Endruschat am Telefon gesagt und gelacht. „Es gibt wirklich schlimmere Stadtviertel in Deutschland als Altenessen.“ Endruschat lacht nicht mehr, als er nun von seinem kleinen ehemaligen Bergarbeiterhäuschen aus zu einer Rundtour durchs Viertel aufbricht. Den stellvertretenden Vorsitzenden der Essener SPD treibt die Sorge um, dass es in Altenessen und im gesamten Essener Norden bald so werden könnte wie in Duisburg-Marxloh oder in der Dortmunder Nordstadt. „Altenessen wurde 1915 eingemeindet, weil Essen eine Gegend für kleine Leute brauchte, für Malocher von den kruppschen Werken oder von den Zechen.“

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Die Integration habe lange erstaunlich gut geklappt. Der 66 Jahre alte Endruschat erinnert sich gerne, wie er nicht weit von hier im Stadtteil Karnap mit Italienern und Türken aufwuchs. Doch der Essener Norden sei dann eine Art Karton geblieben, in den einfach alle Neuankömmlinge gestopft wurden. „Eine Durchmischung hat irgendwann gar nicht mehr stattgefunden.“ Und noch größer als ohnehin schon wurde der Graben zwischen dem Essener Norden und dem Essener Süden, wo es besonders grün und schön ist und wo jeder hinzieht, der er sich irgendwie leisten kann.

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