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CDU biedert sich Grünen an : Ein grün-schwarzes Projekt wächst heran

Mitglieder stimmen bei der Landesmitgliederversammlung von Hessens Grünen im Dezember in Hofheim über eine Frage zur Redezeit ab. Bild: dpa

Der Aufstieg der Grünen zur hippen Volkspartei ist bisher weitgehend ein westliches Phänomen. Aber das reichte schon, um der SPD den Rang abzulaufen – und den Unterschied zur CDU nahezu unsichtbar zu machen.

          Die Grünen legen im Osten zu. Dort befinden sie sich freilich bisher in der Diaspora. Ihr Aufstieg zur hippen Volkspartei, in der sich vom Ökobauern bis zum ökologisch mitfühlenden Hedonisten alle gut aufgehoben sehen, ist weitgehend ein westliches Phänomen.

          Aber das reichte schon, um der SPD den Rang abzulaufen, den Unterschied zur CDU nahezu unsichtbar zu machen und im Bund als staatstragender Jamaika-Bündnispartner bereitzustehen. Was ist da ein Streit über ein paar sichere Herkunftsstaaten?

          Um Inhalte geht es auch nicht so sehr; die Grünen kommen aber, da hat der FDP-Vorsitzende Christian Lindner nicht unrecht, „cremiger“ daher als die Konkurrenz. Einige durchaus auch glaubwürdiger.

          Eine ihrer Wurzeln liegt im Osten, bei den Bürgerrechtlern vom Bündnis 90. Aber das bringt sie dort noch nicht auf einen grünen Zweig – immerhin gibt es noch einiges zu holen. Kein Wunder, dass sich insbesondere die CDU bei den Grünen anbiedert, die endlich wieder regieren wollen. Die „Bewahrung der Schöpfung“ gilt als Schnittmenge. Da wächst ein Projekt heran.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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