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Seuchenschutz per App : Corona-Tracking ohne Bedenken?

Tracking nach südkoreanischer Art: Zwei Handynutzer sind sich in einem Autokino in Seoul auf jeden Fall so nah genug gekommen, dass sie einander hätten anstecken können Bild: AFP

Das Robert-Koch-Institut arbeitet an einer App, die Kontaktpersonen von Corona-Infizierten warnen soll – angeblich ganz ohne die Privatsphäre zu verletzen. Auch diese Lösung hat ihre Tücken.

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          Dass Politiker in Krisenzeiten den parteipolitischen Schlagabtausch einstellen, ist nicht ungewöhnlich. Aber die Einmütigkeit, mit der Regierung und Opposition nun für die Idee einer App zur Eindämmung des Coronavirus werben, fällt auf. Zumal der erste Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch auf harschen Widerstand gestoßen war. Am Dienstag zeigten sich selbst diejenigen, die Gefahren für den Datenschutz besonders schnell wittern, aufgeschlossen für die Idee, die Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag angedeutet hatte. Eine elektronische Nachverfolgung von Infektionsketten werde nach einer Lockerung der Kontaktbeschränkungen ein „wesentlicher Baustein“ sein, hatte Seibert gesagt.

          Helene Bubrowski

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Morten Freidel

          Redakteur in der Politik der Frankfurt Allgemeinen Sonntagszeitung

          Marlene Grunert

          Redakteurin in der Politik.

          Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), qua Amt Wächterin über die Rechtsstaatlichkeit, mahnte am Dienstag im Deutschlandfunk, die Nutzung der Handydaten müsse freiwillig sein. „Da können und wollen wir nicht drum herum.“ Auch müsse klar sein, dass die Nutzung zeitlich begrenzt wäre und die Daten nach der Krise gelöscht würden. Unter diesen Voraussetzungen könne sie sich aber vorstellen, dass mehr Menschen einer Erhebung ihrer Bewegungsdaten zustimmten.

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