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Anschlag in Dresden : Ein Angriff auf uns alle

Blumen und Kerzen als Erinnerung: Gedenken an den Messerangriff Anfang Oktober in Dresden Bild: dpa

Wer mit mörderischer Gewalt gegen den freien Staat vorgeht, muss bekämpft werden. Und wer auf unfassbare Weise sein Gastrecht missbraucht, kann nicht bleiben.

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          Die schreckliche Bluttat in Dresden kam einerseits aus dem Nichts. Ein Messerangriff von hinten, der den Opfern keine Chance ließ. Andererseits kann man bei diesem Täter wirklich fragen: Musste es so weit kommen? Der zwanzig Jahre alte, dringend tatverdächtige Syrer, der hierzulande geduldet ist, saß schon wegen des Anwerbens von Leuten für die Terrororganisation „Islamischer Staat“ im Gefängnis, war dort mehrmals aufgefallen und Thema von Konferenzen.

          Er galt als Gefährder und wurde sogar am Tag der Tat observiert. Hier stellt sich die Frage nach einer staatlichen Mitverantwortung. Mit guten Gründen geht die Bundesanwaltschaft, welche die Ermittlungen übernommen hat, von einem radikalen islamistischen Hintergrund aus. Die heimtückische Attacke auf die beiden von ihm womöglich für ein Paar gehaltenen Männer offenbart niedere Beweggründe.

          Die Tat ist zugleich ein Angriff auf uns alle. Sie richtet sich gegen die freie Gesellschaft, in der jeder nach seinen Vorstellungen leben und nach seinem persönlichen Glück streben darf; ganz unabhängig von Glauben und Anschauungen. Wer dagegen mit wahlloser, mörderischer Gewalt vorgeht, muss bekämpft werden; der darf hier gar nicht erst Fuß fassen.

          Und wer hier als Schutzsuchender aufgenommen wurde und auf unfassbare Weise das Gastrecht missbraucht, kann nicht bleiben, jedenfalls nicht in Freiheit, keinesfalls unbeobachtet. Ohne Wachsamkeit und Wehrhaftigkeit ist kein freiheitlicher Staat zu machen.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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