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Al-Quds-Tag in Berlin : Ein Marsch der Verschwörer

  • -Aktualisiert am

Berlin: Teilnehmer einer Pro-Israel Demonstration halten iraelische Flaggen und ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Al Quds Tag“. Bild: dpa

Seit mehr als zwanzig Jahren marschieren Antisemiten beim Al-Quds-Tag über den Kurfürstendamm durch Berlin. Aber in der Stadt wächst der Widerstand dagegen.

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          Seit mehr als zwanzig Jahren marschieren radikale Schiiten einmal im Jahr durch Berlin. Auch am Samstag zog ihr Protestzug wieder den Kurfürstendamm entlang und erregte viel Aufsehen. Etwa tausend Demonstranten waren dabei, beim sogenannten Al-Quds-Tag – und fast ebenso viele Gegendemonstranten. Der Al-Quds-Tag am Ende des Ramadan ist weniger ein traditioneller islamischer Feiertag als vielmehr eine Erfindung des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Chomeini. Er soll die schiitischen Muslime weltweit zur „Befreiung“ Jerusalems aufrufen. Al-Quds heißt auf Arabisch nämlich Jerusalem.

          In Iran ist der Al-Quds-Tag ein gesetzlicher Feiertag. Denn die Vernichtung Israels gehört zur iranischen Staatsräson. Den Revolutionswächtern ist es gelungen, diesen Marsch in vielen Städten zu etablieren. So fand am Samstag ein Al-Quds-Marsch in Wien statt, an diesem Sonntag wird in London demonstriert. Auch in Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten werden Al-QudsTage abgehalten. Die Aufzüge folgen alle derselben Regie: Irantreue Imame und ihre Anhängerschaft, palästinensische Aktivisten, aber auch Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker verbreiten die Botschaft, Israel und der Zionismus müssten als Verursacher der Übel dieser Welt zur Rechenschaft gezogen werden. Auch antizionistische orthodoxe Juden sind dabei. Die meisten Frauen tragen Kopftücher und lange Gewänder.

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