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Wegen Aussage von Günter Nooke : Charles M. Huber tritt aus CDU aus

  • -Aktualisiert am

Bekannt aus „Der Alte“: Charles M. Huber lebt heute im Senegal. Bild: dpa

Der frühere Bundestagsabgeordnete wirft dem Afrikabeauftragten der Bundesregierung vor, den afrikanischen Kontinent „gezielt zum Fußabstreifer der deutschen Innenpolitik“ zu machen. Seine Kritik steht in einer Reihe ähnlich lautender Vorwürfe gegen Nooke.

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          Der frühere Schauspieler und spätere Bundestagsabgeordnete Charles M. Huber ist aus der CDU ausgetreten und hat dies mit Äußerungen des Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin, Günter Nooke (CDU), begründet. Leicht ließe sich das als Rückzug eines Mannes deuten, der in der Politik ohnehin nichts mehr zu sagen hatte und nur nach dem richtigen Moment zum Absprung suchte. Aber das wäre, um ein Wort Nookes zu gebrauchen, wohl „unterkomplex“. Die von Huber erhobene Kritik steht in einer Reihe ähnlich lautender Vorwürfe gegen den Afrikabeauftragten.

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Der frühere DDR-Bürgerrechtler hatte kürzlich umstrittene Äußerungen von Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender des Fußballvereins Schalke 04, zu Afrika als diskussionswürdig bezeichnet. Tönnies hatte die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika angeregt und geäußert: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

          Tönnies lässt Amt ruhen

          Für die Äußerungen war Tönnies scharf kritisiert worden; er lässt sein Amt nun für drei Monate ruhen. Nooke sagte dazu: Die von Tönnies angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwalds und das Bevölkerungswachstum seien „real, und darüber muss gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden“. Die Wortwahl des Schalke-Aufsichtsratsvorsitzenden kritisierte er und bezeichnete dessen Lösungsvorschläge als „unterkomplex“.

          Für seine Darstellung des afrikanischen Kontinents war Nooke schon zuvor wiederholt kritisiert worden. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warfen ihm Afrikaforscher im November des vergangenen Jahres vor, seine Äußerungen fielen durch koloniale Stereotypen und rassistische Untertöne auf.

          Scharf kritisiert wurden etwa Nookes Aussagen in einer Boulevardzeitung. Dort hatte dieser etwa auf die Frage, was in Afrika anders sei, geantwortet: Die Gesellschaften dort funktionierten anders. Das habe unter anderem mit Clan-Strukturen, der Rolle von Stammesführern sowie tradierten Verhaltensweisen zu tun. „In Niger bekommen die Frauen im Schnitt 7,3 Kinder, die Männer hätten gern elf!“, so Nooke.

          Huber: Kein differenziertes Afrika-Bild

          In seiner Austrittserklärung schrieb Huber nun mit Blick auf Nookes jüngste Äußerungen: „Dass man damit Afrika gewollt und gezielt zum Fußabstreifer der deutschen Innenpolitik macht, ist für mich in Gänze unakzeptabel.“ Ihm sei es im Bundestag auch darum gegangen, dem deutschen Wähler ein etwas differenzierteres und ausgewogenes Bild des Kontinents zu vermitteln. Das existiere in der Realität. „Bloß bei uns nicht.“

          Der Generalsekretär der hessischen CDU, Manfred Pentz, bedauerte am Donnerstag die Entscheidung Hubers und sagte, ein Rückzug sei nicht der richtige Ansatz. Er appelliere immer dafür, „sich an einer innerparteilichen Diskussion zu beteiligen und konstruktiv einen Lösungsweg zu finden“, so Pentz. Den Vorwurf, dass die CDU Rassismus dulde, wies er zurück.

          Der 62 Jahre alte Huber war bekanntgeworden durch die Fernsehserie „Der Alte“, in der er den Kommissar verkörperte. 2013 zog er für eine Legislaturperiode für den Wahlkreis Darmstadt in den Bundestag ein, wo er sich für die Belange Afrikas einsetzte und unter anderem Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war.

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