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Demonstration in Solingen : Salafisten attackieren Polizisten

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In Solingen kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Salafisten und der Polizei

In Solingen kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Salafisten und der Polizei Bild: dapd

Während einer islamfeindlichen Aktion der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW in Solingen haben muslimische Gegendemonstranten die Polizei angegriffen. Drei Beamte und ein Passant erlitten Platz- und Schlagwunden.

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          Während einer islamfeindlichen Aktion der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW in Solingen haben muslimische Gegendemonstranten die Polizei angegriffen. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, hätten drei Beamte und ein Passant Platz- und Schlagwunden erlitten. Rund 30 Salafisten seien vorübergehend festgenommen worden. Zuvor hatten Aktivisten von Pro NRW in der Nähe einer von Salafisten dominierten Hinterhof-Moschee einige der umstrittenen Mohammed-Karikaturen des norwegischen Zeichners Kurt Westergaard zur Schau gestellt.

          Pro NRW hatte sich vor Gericht erfolgreich gegen ein polizeiliches Verbot der Karikaturen-Zurschaustellung gewehrt. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte das Verbot am Montagabend in zweiter Instanz aufgehoben. Auch in Remscheid provozierte Pro NRW mit den Karikaturen in der Umgebung einer Moschee und nahe einer Maikundgebung.

          Schwieriger Dialog: Ein Polizist und ein Salafist, der zuvor versucht hatte, eine Absperrung zu überwinden
          Schwieriger Dialog: Ein Polizist und ein Salafist, der zuvor versucht hatte, eine Absperrung zu überwinden : Bild: dapd

          Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte, Pro NRW schüre Ausländerhass, aber diese Hetze könne das Vorgehen der Salafisten nicht entschuldigen. „Die meisten bei uns lebenden Muslime sind friedlich und wollen mit den Salafisten nichts zu tun haben“, fügte er an. Pro NRW will die Aktionen fortsetzen. Beide Gruppen werden vom Verfassungsschutz beobachtet.

          Der dänische Zeichner Westergaard verwahrte sich dagegen, vor den Karren einer Partei gespannt zu werden. Er wolle mit keiner politischen Bewegung in Verbindung gebracht werden, sondern nur mit der Meinungsfreiheit, sagte er am Montagabend der Deutschen Presseagentur dpa in Kopenhagen.

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