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Demo in Zeiten von Corona : Was Linksradikale trotz Pandemie für den 1. Mai planen

Vermummen in Zeiten des Vermummens: 1.-Mai-Demonstration vergangenes Jahr in Berlin Bild: dpa

Der 1. Mai ist für die linke und linksradikale Szene wichtig. Dieses Jahr soll es dezentrale Aktionen geben. Schließlich wolle man „den Menschen nicht vorschreiben, wie sie ihren Hass auf dieses System ausdrücken“.

          3 Min.

          Zeiten der Pandemie sind auch für Revolutionäre ein ungewohntes Pflaster. Vor dem nahenden Kampftag der Arbeiterklasse sieht sich die linksradikale Szene in Berlin, Hamburg oder Leipzig mit dem Problem konfrontiert, dass liebgewonnene Rituale in diesem Jahr ausfallen. Der 1. Mai habe in diesem Jahr „eine besondere Relevanz, weil wir ihn im Rahmen des globalen Ausnahmezustands nicht einmal mehr als sinnvolles Ritual begehen können“, schreibt etwa die extremistische „Interventionistische Linke Berlin“ in dieser Woche im Internet.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          In der Hauptstadt zog in den vergangenen Jahren am Abend des Feiertags eine sogenannte Revolutionäre 1.-Mai-Demo lautstark durch den Bezirk Kreuzberg, um sich im Schutz der großen Kiezparty Scharmützel mit der Polizei zu liefern. Doch dieses Mal gibt es kein Straßenfest, und Demonstrationen sind nur bis zu 20 Teilnehmern und unter Einhaltung der Abstandsregeln möglich. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der im vergangenen Jahr noch 20.000 Personen zur Maikundgebung in der Hauptstadt mobilisieren konnte, beschränkt sich deshalb auf eine symbolische Veranstaltung mit 20 Teilnehmern am Brandenburger Tor.

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