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Mutante auf dem Vormarsch : Immunologe: Delta-Variante wird in Deutschland schon im Juli dominieren

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Können die Lockerungen mit dem Vormarsch der Delta-Variante aufrecht erhalten werden? Das Cafe „Strandperle am 30. Mai am Hamburger Elbufer Bild: dpa

Laut dem Immunlogen Carsten Watzl wird die Delta-Variante des Coronavirus noch im Juli die vorherrschende Mutante in Deutschland sein. SPD-Politiker Karl Lauterbach richtet einen Appell an die STIKO.

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          Der Immunologe Carsten Watzl rechnet damit, dass die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus noch im Juli die vorherrschende Mutante in Deutschland sein wird. Aktuell dürften 30 Prozent der Neuinfektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen sein, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie am Montag im ZDF-“Morgenmagazin“. Im Juli dürfte seiner Ansicht nach die 50-Prozent-Marke überschritten werden. Das Gute sei, dass sich dies auf sehr niedrigem Niveau abspiele.

          Watzl riet aktuell nicht dazu, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfungen zu verkürzen. Derzeit gebe es noch nicht genügend Impfstoff. Er plädierte dafür, die empfohlenen Abstände beizubehalten und möglichst viele Erstimpfungen zu verabreichen. Wenn das derzeitige Tempo der Impfkampagne beibehalten werde, dürften im September auch sämtliche Zweitimpfungen verabreicht worden sein. Wenn mehr Impfstoff geliefert werde, gehe das auch schneller.

          Der Immunologe geht davon aus, dass bei Älteren ab September besonders in Pflegeheimen Auffrischungsimpfungen anstehen. Viele Ältere seien sehr früh geimpft worden, auch wirke bei ihnen der Impfstoff nicht ganz so gut wie bei Jüngeren. Mit der Delta-Variante würden sich aber auch Kinder infizieren, wenn auch mit einem geringeren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Es werde im Herbst in Schulen und Betreuungseinrichtungen zu Ausbrüchen kommen, erwartet Watzl. Dagegen komme man mit Impfungen oder Frischluftkonzepten an. „Überlegen sie es sich, ob sie ihre Kinder nicht doch impfen lassen wollen“, riet der Immunologe den Eltern.

          Derweil hat der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach die Ständige Impfkommission (STIKO) aufgefordert, ihre eingeschränkte Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern zu überdenken. „In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht“, sagte Lauterbach der Rheinischen Post.

          Bei der Delta-Variante sei die Zahl der Krankenhauseinweisungen viel höher: „Das Robert-Koch-Institut geht von einer Hospitalisierungsquote von 11 Prozent aus, das ist doppelt so hoch wie bei der Alpha-Variante. Gerade bei Jüngeren ist der Unterschied groß, damit wird die Delta-Variante vor allem für Kinder zu Problem“, sagte Lauterbach.

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