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Zeremonie für Soldaten : „Ein klares Signal – auch für die Öffentlichkeit“

Ministerium der Verteidigung in Berlin: Genug Öffentlichkeit, um den Einsatz der Soldaten in Afghanistan gebührend zu würdigen? Bild: Imago

In Berlin mehren sich Forderungen nach einer Würdigung der Afghanistan-Rückkehrer vor dem Bundestag. Auch um die Größe der Veranstaltung wird gerungen.

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          Nach der stillen Rückkehr der letzten deutschen Soldaten aus dem Afghanistan-Einsatz mehren sich Rufe nach einer öffentlichen Würdigung vor dem Deutschen Bundestag. Politiker aus Union, SPD, FDP und von den Grünen sprachen sich am Wochenende für eine entsprechende Zeremonie aus. Die verteidigungspolitische Sprecherin der SPD, Siemtje Möller, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), sie plädiere dafür, weil die Mission sowohl „die Bundeswehr als auch den Bundestag im Umgang mit den Einsätzen verändert“ habe.

          Lorenz Hemicker
          Redakteur in der Politik

          Die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP, Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte der F.A.Z., sie erwarte, dass die Bundesrepublik Deutschland den Soldatinnen und Soldaten angesichts des 20 Jahre langen Einsatzes „die größte Ehre“ erweise. „Der Große Zapfenstreich vor dem Reichstag wäre ein klares Signal – auch für die Öffentlichkeit.“

          Ähnlich äußerte sich Tobias Lindner: „Egal, ob Abschlussappell oder Großer Zapfenstreich: der Platz der Republik ist passender als der Bendlerblock“, teilte der Obmann der Grünen im Verteidigungsausschuss der F.A.Z. mit. Bereits am Freitag hatte der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Johann David Wadephul (CDU) gegenüber der Zeitung Die Welt zu einem Appell vor dem Reichstag aufgerufen.

          „Wir gehen zur Bundeswehr, nicht umgekehrt“

          Das Verteidigungsministerium plant bislang, die Feierlichkeiten am 31. August vor dem eigenen Amtssitz abzuhalten. Dazu sollen neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Spitzen der übrigen Verfassungsorgane sowie Abgeordnete des Bundestags, Familienmitglieder, Soldaten und Hinterbliebene von Gefallenen eingeladen werden. Der genaue Umfang werde sich nach den dann geltenden Corona-Regeln richten, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der F.A.Z. mit.

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          Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte die Pläne für die Feier auf dem eigenen Gelände zuletzt als ein „richtiges Zeichen“ bezeichnet. „Wir gehen zur Bundeswehr, um uns bei den Soldatinnen und Soldaten zu bedanken, und nicht die Bundeswehr zum Parlament“, sagte sie am Freitag während eines Besuchs auf dem bayerischen Truppenübungsplatz in Wildflecken.

          Veteranen: Zeichen der Wertschätzung

          Der Bund Deutscher EinsatzVeteranen kritisierte die Absicht der Ministerin. Der Platz zwischen Ministerium und dem Ehrenmal der Bundeswehr fasse zu wenige Besucher. Dort könne nur „eine kleine Öffentlichkeit“ teilnehmen, sagte der Verbandsvorsitzende Bernhard Drescher dem RND. Es gehe darum, dass die Politik nun „ein Zeichen der Wertschätzung an die Soldaten und in die Gesellschaft hinein“ sende.

          Der Einsatz der Bundeswehr war Ende vergangenen Monats zu Ende gegangen. Kramp-Karrenbauer steht seitdem in der Kritik, weil sie die letzten Heimkehrer nicht persönlich begrüßte. Kein Politiker war bei der Ankunft der Soldaten in Wunstorf anwesend. Der Kommandeur des letzten deutschen Afghanistan-Kontingents, Brigadegeneral Ansgar Meyer, verteidigte unterdessen die stille Rückkehr unter Verweis auf Sicherheitserfordernisse. Der Termin sei erst kurzfristig bekannt gegeben worden, um die Gefahr möglicher Angriffe der Taliban zu minimieren.

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