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Debatte der Kultusminister : Glaubenskrieg um die Sommerferien

Vierte Klasse in Kaufbeuren: Bayern will bei der Sommerferienregelung bleiben. Bild: dpa

Die derzeitige Feriendebatte rückt weit wichtigere bildungspolitische Themen in den Hintergrund. Kommt es zu einem Eklat zwischen den Bundesländern?

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          Kein noch so heißes schulpolitisches Thema erhitzt die Gemüter so sehr wie die Sommerferienregelung. Das gilt für die Kultusminister selbst wie für die Öffentlichkeit. Als die Kultusministerkonferenz (KMK) sich vor sechs Jahren in Leipzig auf die Sommerferien der darauffolgenden Jahre bis 2024 einigen sollte, stand die KMK kurz vor dem Bruch. Ähnlich wird es in diesem Jahr kommen, denn es gibt noch andere Themen wie den wissenschaftlichen Beirat (Ersatz für den Bildungsrat), die mit großer Sicherheit zu einer Zerreißprobe für die KMK werden.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Da die gesamte Bildungsgeschichte aus Variationen der gleichen Argumente besteht, war auch schon in Leipzig der Ärger norddeutscher und ostdeutscher Länder manifest, dass Bayern und Baden-Württemberg von der Rotation der vier übrigen Ländergruppen ausgenommen sind. Die dortigen Ferien beginnen jedes Jahr Ende Juli und enden im September. Das hatte einst landwirtschaftliche Gründe – wie die sechswöchige Schließung der Schulen im Sommer überhaupt. Die Kinder wurden zur Haupterntezeit gebraucht. Damals arbeiteten fast 40 Prozent der Deutschen in der Landwirtschaft, jetzt sind es 1,4 Prozent. Das Ernte-Argument also ist längst überholt. Bei keinem anderen Thema gleichen sich die Debatten so sehr wie bei den Ferien, was die jeweils amtierenden Minister nicht merken, da sie meist nur vier bis acht Jahre im Amt sind.

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