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De Maizière in Afghanistan : Bundeswehr will OP North im Frühjahr schließen

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Mazar-i-Sharif: de Maizière wird nach der Landung vom Regionalkommandeur Nord, General Jörg Vollmer, begrüßt. Bild: AFP

Verteidigungsminister de Maizière hat bei einem Truppenbesuch in Afghanistan die Auflösung des Außenpostens OP North angekündigt. Der Minister sagte, am Hindukusch habe die Bundeswehr „gelernt zu kämpfen“.

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          Die Bundeswehr will ihren Außenposten OP North nahe der nordafghanischen Stadt Pul-i-Khumri noch in diesem Frühjahr schließen. Das sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Dienstag bei Truppenbesuch auf dem Observation Post (OP) in der Unruheprovinz Baghlan. Die Schließung des Außenpostens und danach auch des größeren Feldlagers in der Nachbarprovinz Kundus im Laufe des Jahres hatte die Bundesregierung bereits im November angekündigt. Genaue Daten sind weiterhin nicht bekannt.

          Der Kampfeinsatz der Nato-geführten Schutztruppe Isaf soll Ende 2014 auslaufen. Danach soll ein kleinerer Nato-Einsatz sich auf die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte konzentrieren. Am OP North hatte ein afghanischer Soldat vor gut zwei Jahren drei Bundeswehr-Angehörige getötet.

          „Gelernt zu kämpfen“

          De Maizière war am Dienstag zunächst im deutsch geführten Regionalkommando der Isaf für Nordafghanistan in Mazar-i-Sharif eingetroffen. Nach Angaben der Ministeriums sagte der CDU-Politiker, über die Jahre habe die Bundeswehr in Afghanistan „schwere Verluste erlitten und gelernt zu kämpfen“. Die verbesserte Sicherheitslage in Nordafghanistan lasse aber positiv in die Zukunft blicken.

          Es ist die zehnte Afghanistan-Reise des Ministers seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren. Seit einem Jahr läuft der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Die Truppe ist bereits von bis zu 5350 auf rund 4350 Soldaten verkleinert worden.

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          Im Skandal um die afghanische Kabul-Bank sind der ehemalige Vorstandschef und der frühere Geschäftsführer zu je fünf Jahren Haft und zur Rückzahlung von mehr als 800 Millionen Dollar verurteilt worden. Ein Sondergericht sprach den Bankgründer und den ehemaligen Vorstandschef Scher Chan Farnood sowie den ehemaligen Geschäftsführer Chalil Ferosi am Dienstag in Kabul der Unterschlagung und des Betrugs schuldig.

          Farnood muss nach dem Urteil 287 Millionen Dollar (221 Millionen Euro) zahlen, Ferosi 530 Millionen Dollar. Außer den beiden Top-Managern wurden 19 weitere Bankangestellte und Regierungsvertreter zu Haftstrafen zwischen sechs Monaten und vier Jahren verurteilt.

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