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Datenschutz-Bedenken : Bundespolizei speichert Bodycam-Aufnahmen auf Amazon-Servern

  • Aktualisiert am

Eine Polizistin mit Bodycam im Einsatz in Erfurt Bild: dpa

Seit 2014 sind immer mehr Bodycams im Einsatz, die abschrecken und auch Straftäter identifizieren sollen. Nun wird bekannt: Die sensiblen Daten werden auf Servern von Amazon gespeichert. Wer kommt an die Daten heran?

          Die Bundespolizei speichert Einsatz-Aufnahmen von Körperkameras, sogenannten Bodycams, auf Servern des Internetriesen Amazon. Der amerikanische Anbieter sei gegenwärtig der einzige, der in Deutschland eine entsprechende vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierte Cloudlösung zur Verfügung stelle, zitierte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ das Bundespolizeipräsidium. Der FDP-Abgeordnete Benjamin Strasser, der zu dem Thema eine Anfrage an das Bundesinnenministerium gestellt hatte, kritisierte am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP das „potentielle Sicherheitsrisiko“.

          Bei der Speicherung der Daten auf Servern von Amazon bleibe im Unklaren, ob die amerikanischen Sicherheitsbehörden auf diese zugreifen können, erläuterte Strasser. Die Bundesregierung sei daher gefordert, die volle Kontrolle über solch sensible Daten sicherzustellen. „Dafür brauchen wir Speicherkapazitäten bei den Behörden in Deutschland. Union und SPD sind in der Pflicht dies schnellstmöglich sicherzustellen.“

          „Mehr als ein ungutes Gefühl“

          Bodycams sollen mögliche Angreifer abschrecken. Zugleich können die Aufnahmen helfen, Straftäter zu identifizieren. Das Ministerium erklärte auf Anfrage Strassers, dass „die deutschen Datenschutzstandards eingehalten“ würden. Die Daten würden verschlüsselt und ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert.

          Auch der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Konstantin von Notz äußerte Datenschutz-Bedenken. Amazon sei in der Kritik, weil das Unternehmen auch Gesichtserkennungs-Software an amerikanische Polizeibehörden verkaufe, die bei Aufnahmen von Bodycams genutzt würden, sagte er der „NOZ“. „Dass ausgerechnet dieses Unternehmen jetzt die Bodycam-Aufnahmen für die Bundespolizei verwalten soll, hinterlässt mehr als ein ungutes Gefühl.“

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