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Datenschutz : Alexa, was ist Recht?

Freund hört mit: Amazons Lautsprecher Echo – mit Alexa Bild: dpa

Die Grundregel, dass jeder Herr über seine Daten ist, klingt so schlicht, dass sie sogar Alexa verstehen müsste – und entpuppt sich doch als rechtlicher und kultureller Grand Canyon.

          Wer hätte das gedacht? Oder besser: Wer hätte das nicht gedacht? Jedem noch nicht vollständig digitalisierten Hirn müsste seit langem klar sein, dass der Preis der grenzenlosen Freiheit im Netz zumindest die Daten der Nutzer sind. Auch wenn, wie die großen Kraken versichern, mit den Informationen nicht unmittelbar gehandelt wird – sie werden ausgewertet und zur Vervollkommnung der Systeme verwertet.

          So kann es kaum überraschen, dass Amazon „Unterhaltungen“ mit dem Sprachassistenten/in Alexa aufzeichnet. Darüber sollte eigentlich der Nutzer, so wie bei jeder billigen Hotline, ausdrücklich informiert werden. Aber bei Amazon gibt es offenbar nicht den Hauch eines Unrechtsbewusstseins. Trotz aller gnädiger Versicherungen der Konzerne in Sachen Datenschutz: Sie scheren sich einfach nicht drum.

          Die Grundregel, die hierzulande schon seit langem gilt, dass jeder Herr über seine Daten ist, klingt so schlicht, dass sie sogar Alexa verstehen müsste – und entpuppt sich doch als rechtlicher und kultureller Grand Canyon. Wir brauchen tatsächlich einen neuen öffentlichen Raum.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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