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Datenklau : Junger Hacker wollte Spuren verwischen

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Nach BKA-Angaben entsorgte der mutmaßlicher Datendieb einen Computer auf einem Recyclinghof „ordnungsgemäß“. Blick in einen einen Container auf einem Frankfurter Recyclinghof. Bild: Patrick Slesiona

Nach BKA-Angaben löschte der mutmaßliche Datendieb seine Festplatte nach der Hacking-Attacke Dutzende Male. Dass er die Daten teilweise auch im Darknet kaufte, dafür sieht die Staatsanwaltschaft derzeit aber keine konkreten Hinweise.

          Der junge Hacker aus Hessen hat sich nach der illegalen Veröffentlichung privater Daten große Mühe gegeben, seine Spuren zu verwischen. Das erfuhren Bundestagsabgeordnete am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Innenausschusses zum Datenklau bei Politikern und Prominenten. Er löschte seine Festplatte demnach 32 Mal.

          Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, sagte nach Angaben von Teilnehmern der nicht-öffentlichen Sitzung, der 20-Jährige habe außerdem einen Computer auf einem Recyclinghof „ordnungsgemäß entsorgt“. Der mutmaßliche Datendieb könnte das Material teilweise im Internet gekauft haben. Die Ermittlungen laufen auch in Richtung einer möglichen Datenhehlerei, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag sagte. Es gebe aber bislang keine konkreten Hinweise, dass der 20-jährige Tatverdächtige das von ihm veröffentlichte Material teilweise im so genannten Darknet gekauft hat.

          Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, der 20-Jährige habe Zugangsdaten zu Konten der Betroffenen bei sozialen Medien und weitere Daten im sogenannten Darknet erworben. Dies könnte den Straftatbestand der Datenhehlerei erfüllen. Demnach macht sich strafbar, wer nicht allgemein zugängliche Daten, die ein anderer rechtswidrig erlangt hat, verbreitet, um sich zu bereichern oder einen anderen zu schädigen.

          Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) musste sich im Innenausschuss kritische Fragen zum Umgang der Bundesbehörden mit dem Datenklau anhören. Die Mitglieder des Ausschusses fragten ihn und die Chefs der ihm unterstehenden Sicherheitsbehörden, wie sicher es sei, dass der Beschuldigte alleine gehandelt habe. Der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka wollte außerdem wissen, weshalb das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einzelne Hinweise, die bereits im Dezember aufgetaucht waren, nicht gleich an das Bundeskriminalamt weitergeleitet habe. Es stelle sich die Frage, ob Deutschland mit der Vielzahl an Behörden, die für die Cybersicherheit zuständig seien, wirklich gut aufgestellt sei, sagte der innenpolitische Sprecher Burkhard Lischka am Donnerstag vor der Sondersitzung des Innenausschusses in Berlin. Der aktuelle Fall wirke auf ihn wie „Wilder Westen“, bei dem „jeder Sheriff für seinen Sprengel zuständig ist, aber keiner so richtig weiß, was sein Nachbar macht“.

          Der Innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Mathias Middelberg, sagte, er sehe keine Versäumnisse bei den Behörden, auch nicht beim BSI. Er griff zudem die Forderung der Grünen nach einer Cyberpolizei auf. Bislang hätten Grüne und Linke stets geblockt, wenn es etwa um Kompetenzen wie Online-Durchsuchung, verdeckte Ermittlungen im Darknet oder um längere Speicherfristen gegangen sei. Grünen-Innenexperte Konstantin von Notz sagte, polizeiliche Einheiten in diesem Bereich müssten gestärkt werden. Das von Innenminister Horst Seehofer angekündigte Cyberabwehrzentrum Plus sehe er aber erstmal kritisch. Ein Klingelschild allein bringe nichts. Man müsse über die „Härtung unserer Systeme“ reden. Der Hackerfall sei ein letzter Warnschuss an Gesetzgeber, Politik und Regierung gewesen, konkret etwas zu tun.

          Innenstaatssekretär Günther Krings und Innenminister Horst Seehofer am Donnerstag vor der Sondersitzung des Innenausschusses in Berlin

          Der 20 Jahre alte Datendieb war Anfang der Woche festgenommen worden. Er legte ein Geständnis ab und wurde anschließend auf freien Fuß gesetzt. Bei seiner Vernehmung sagte er nach Angaben des Bundeskriminalamtes, er habe Menschen „bloßstellen“ wollen, über deren öffentliche Äußerungen er sich geärgert habe.

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