https://www.faz.net/-gpf-9iri9

Datenklau von Prominenten : Angeblich Zweifel an alleiniger Täterschaft des Schüler-Hackers

  • Aktualisiert am

Über Twitter wurden jeden Tag weitere gehackte Daten veröffentlicht. Bild: dpa

Hat der Schüler, der sich zum Datendiebstahl bekannt hatte, allein gehandelt? Daran sind laut einem Fernsehbericht Zweifel aufgekommen.

          Die Ausspähung und illegale Veröffentlichung privater Daten von Politikern und Prominenten ist möglicherweise nicht von dem tatverdächtigen Schüler alleine begangen worden. Das berichten das ARD-Politikmagazin „Kontraste“ und das „Inforadio“ des rbb. Im Zuge der Ermittlungen zum Datenklau seien Zweifel aufgekommen, ob es sich tatsächlich um einen Einzeltäter handelt. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sei der mutmaßliche Täter trotz eines vollumfänglichen Geständnisses nicht dazu in der Lage gewesen, den Ermittlern zu zeigen, wie er die Daten im Netz erbeutet haben will.

          Täglich neue Daten

          Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) hatten den Schüler dem Bericht zufolge dafür vor einen Computer gesetzt und ihn aufgefordert zu erläutern, wie er vorgegangen sei. Dabei sei deutlich geworden, dass er beispielsweise nicht über die nötigen Kenntnisse verfügte, um die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. Diese Sicherheitslücke aber soll der Täter ausgenutzt haben, um zahlreiche Accounts zu hacken.

          Der Hacker hatte im Dezember in einer Art „Adventskalender“ bei Twitter täglich neue Daten von Politikern, Journalisten, Rappern, jungen YouTube-Stars und anderen Prominenten veröffentlicht. Er war Anfang vergangener Woche festgenommen worden. Der Schüler, der noch bei seinen Eltern wohnt, legte ein Geständnis ab und wurde anschließend auf freien Fuß gesetzt. Bei seiner Vernehmung sagte er nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA), er habe Menschen „bloßstellen“ wollen, über deren öffentliche Äußerungen er sich geärgert habe. Er gab an, alleine gehandelt zu haben.

          Für das BKA ist dem Bericht von „Kontraste“ und „Inforadio“ zufolge nach wie vor nicht abschließend geklärt, ob der Hacker „0rbit“ tatsächlich ein Einzeltäter ist. Auf Nachfrage des rbb teilte das BKA mit, dass der Schüler nach wie vor als allein Beschuldigter geführt wird, die Ermittlungen aber weiter laufen, um abzuklären, ob er tatsächlich ein Einzeltäter war.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.