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Seitenhieb gegen Merz : Laschet: Die CDU braucht keinen „CEO“

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet Bild: dpa

Auf dem CDU-Parteitag teilt Armin Laschet eine Spitze gegen Friedrich Merz aus. Der gibt sich davon unbeeindruckt und schließt jegliche Zusammenarbeit mit der AfD aus. Norbert Röttgen scheitert im ersten Wahlgang.

          5 Min.

          Gegen 11.15 Uhr ist klar: Norbert Röttgen ist raus, die Favoriten Armin Laschet und Friedrich Merz schaffen es in die Stichwahl um den Vorsitz der CDU. Im ersten Wahlgang bekommt am Samstag keiner der drei Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit. Der Wirtschaftspolitiker Merz erreicht im ersten Wahlgang auf dem digitalen CDU-Parteitag am Samstag 385 Stimmen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet folgt mit 380 Stimmen knapp dahinter. Der dritte Kandidat, Norbert Röttgen, erhält 224 Stimmen und scheidet damit aus dem Rennen aus.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Dem ersten Wahlergebnis gehen die Bewerberreden voraus. Anderthalb Stunden zuvor strebt Armin Laschet am Samstagmorgen schnellen Schrittes als erster der drei Kandidaten zum Rednerpult, um in der menschenleeren Halle zu den gut 1000 Delegierten zu sprechen, die an ihren heimischen Computern sitzen. Es ist eine merkwürdige Situation. Für Laschet, für die Delegierten, für das Präsidium. Laschet versucht den digitalen Schulterschluss: „Gerade jetzt wäre es wichtig, dass wir uns alle persönlich sehen.“ Minutenlang wäre dann der scheidenden Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer gedankt worden, ist sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident sicher.

          Es ist das Leitmotiv der Rede: Laschet der Versöhner und der Moderator, der vertrauenswürdige Kandidat der es versteht, die Menschen zusammenzuführen, die Interesse auszugleichen und anders als seine Mitbewerber über Regierungserfahrung verfügt und zudem auch in internationalen Kategorien denkt.

          Rasch schlägt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident einen Bogen von Corona zum Kapitol nach Washington. Mit  Blick auf Präsident Donald Trump, der jahrelang Gift in die amerikanische Seele geträufelt habe, mit Blick aber auch auf den Vorfall auf der Treppe des Reichstagsgebäudes beschwört Laschet die Bedeutung von Einheit und Vertrauen. „Wir lassen uns unser Land von Rechtsterroristen und von geistigen Brandstiftern nicht kaputt machen“, sagt er und erinnert an den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Eindringlich warnt Laschet vor einer weiteren Spaltung der Gesellschaft. „Wir müssen Klartext sprechen, aber nicht polarisieren.“

          Eindringlich plädiert Laschet dafür, dass die CDU eine Partei der Mitte bleibe. Dafür müsse man immer nach Kompromissen suchen, sagte Laschet. „Wir werden nur gewinnen, wenn wir in der Mitte der Gesellschaft stark bleiben“, sagt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Dafür trete er zusammen mit seinem Teampartner, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für an.

          Manche „unserer Gegner“ sprächen despektierlich von „Weiter so“, sagt Laschet und lässt damit offen, ob er damit nicht vor allem seine innerparteilichen Gegner meint. Das „Weiter so“, das Deutschland brauche, sei „die Kontinuität des Erfolgs“, so Laschet. Weiter erfolgreich sein, heiße nicht alles weitermachen wie bisher. „Wir werden vieles anders und wir werden vieles neu machen müssen nach der Pandemie.“ Es sei jetzt der Moment Tacheles zu reden. „Es gibt viele Menschen, die vor allem Angela Merkel gut finden und erst danach die CDU.“

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          Das Ansehen der Bundeskanzlerin bei den Menschen in Deutschland und International, lasse sich in einem Wort zusammenfassen: Vertrauen. „Dieses Vertrauen brauchen wir jetzt als Partei.“ Es müsse jetzt erarbeitet werden. Dafür reichten nicht „markige Worte, auch nicht schöne Worte“, sagt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und setzt damit einen ersten deutlichen Seitenhieb sowohl gegen Friedrich Merz als auch Norbert Röttgen.

          Noch deutlicher wird Laschet am Ende seiner Bewerbungsrede, als er auf Friedrich Merz, den er offensichtlich als seinen Hauptgegner sieht, gemünzt sagt, die CDU brauche keinen „CEO“, sondern den Anführer einer Mannschaft. Sodann schlägt Laschet einen Bogen zum Beginn. Es gehe um Vertrauen, und darauf könne man sich bei ihm verlassen. „Ich bin vielleicht nicht der Mann der perfekten Inszenierung, aber ich bin Armin Laschet. Darauf können Sie sich verlassen.“

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