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Kopftuch : Das Kind als Objekt

Nicht nur durch ein Kopftuch werden aus Mädchen Objekte. Bild: dpa

Mädchen werden zu Püppchen. Wer beklagt, dass die Kleinen zu Objekten gemacht werden, sollte nicht nur auf das Kopftuch schauen.

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          Politische Manifestationen haben in der Schule nichts verloren. Insofern kann man auch Schülern untersagen, das Kopftuch als Symbol eines politischen Islams zu tragen. Das ist ohne Zweifel kein geringer Grundrechtseingriff; er lässt sich aber rechtfertigen. Ein solches Verbot müsste dann aber auch konsequent durchgesetzt werden – und das hätte seinen Preis, zum einen mit Blick auf die konkret betroffenen Mädchen und ihre Eltern; es hätte aber auch eine Wirkung auf alle Muslime.

          Soweit allerdings die Frauenrechtsorganisation, die ein Gutachten dazu erstellen ließ, im Kopftuch eine Sexualisierung von Minderjährigen erblickt, so sehr muss man hinzufügen: Auch nicht wenige Eltern, die sich christlich, gutbürgerlich oder elitär dünken, müssen sich diesen Vorwurf gefallen lassen. Kleinen Mädchen werden die Ohren durchstochen, die Brauen gezupft; sie werden zu Püppchen geschminkt und auch so angezogen. Nun wollen sich Eltern auch in ihren Kindern verwirklichen. Aber wer beklagt, dass die Kleinen zu Objekten gemacht werden, sollte nicht nur auf das Kopftuch schauen.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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