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Corona in Deutschland : Das Dorf und das Virus

Kneipe als Wohnzimmer: Der Wirt der „Schönen Aussicht“ weiß gar nicht, was er jetzt abends machen soll. Bild: Maximilian von Lachner

In Ruppertshain im Taunus machen sie jetzt Yoga per App, und das Gasthaus liefert Essen nach Hause. Angst hat hier noch keiner.

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          Was die große Politik gegen das Coronavirus beschlossen hat, zeigt sich sogar beim Yogakurs in einem kleinen Bergdorf. Das Dorf heißt Ruppertshain und liegt im Taunus. Der Kurs heißt Kundalini-Yoga und findet seit dieser Woche nicht mehr im Yoga-Zentrum statt, sondern „im virtuellen Raum“. So sagt es Oana, die junge Trainerin im Glitzershirt, gleich zu Beginn der Stunde. „Du schließt deine Augen und nimmst deine Präsenz wahr und die Präsenz von den anderen, auch wenn wir jetzt im virtuellen Raum sind.“

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein halbes Dutzend Frauen hat sich im heimischen Wohn- oder Badezimmer auf die Yogamatte gesetzt, das Handy aufgestellt und sich mit der Konferenz-App „Zoom“ verbunden. Die meisten Frauen sind im mittleren Alter. Trotz der Corona-Krise üben sie mit Oana den Feueratem und richten den Fokus auf das dritte Auge. Oanas Lächeln strahlt auch am Bildschirm. Sie zeigt Übungen, „die verhindern, dass Bakterien in unseren Hals und unsere Lungen hereinkommen“. Die Trainerin sagt: „Da Angst in der Luft steht, brauchen die Menschen wenigstens einmal in der Woche etwas, um mit sich selbst in Kontakt zu kommen.“

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