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Attentat auf das Oktoberfest : Verpfuschte Ermittlungen und politische Instrumentalisierung

Ein Sarg wird vom verwüsteten Tatort beim Oktoberfest im September 1980 weggetragen. Bild: dpa

Die Ermittler legten sich rasch fest: Ein lebensmüder Einzeltäter hat den Anschlag auf das Münchner Oktoberfest am 26. September 1980 verübt. Erst vier Jahrzehnte später wird anerkannt, was es wirklich war.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Es war der Freitagabend vor 40 Jahren, viele Oktoberfestbesucher waren schon auf dem Heimweg, als nahe dem Haupteingang zur Theresienwiese eine selbstgebaute Bombe in einem Abfalleimer detonierte. Zwei Minuten später bekam der Hauptkommissar, der an jenem Abend die „Festwiesnwache“ leitete, einen Anruf von einem der Wachposten: „Fünfzig Meter östlich Brausebad Explosion – das ist fei kein Scherz – bitte kommen, absperren ... Ende.“

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Das Bild, das sich dem Kommissar kurz danach darbot, hat er so beschrieben: „Es war wie im Krieg... Auf dem Boden lagen stöhnende Menschen. Einige richteten sich wieder auf. Sie hatte die Druckwelle umgeblasen, und ihnen war nichts passiert. Andere waren grauenhaft verstümmelt. Arme und Beine lagen herum. Einem kleinen Mädchen war der Bauch geplatzt.“ Mehr als 200 Menschen erlitten an diesem Tag zum Teil schwerste Verletzungen. Sieben Menschen starben sofort, in den Folgetagen erhöhte sich die Zahl der Toten auf 13. Auch der Täter war darunter.

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