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Orbán-Kommentar : Ein guter Freund für die CSU?

CSU-Parteichef Horst Seehofer (l-r), der Ministerpräsident von Ungarn, Viktor Orbán, und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sprechen am Freitag in Seeon. Bild: dpa

Der ungarische Ministerpräsident Orbán ist gern gesehener Gast bei der CSU. Aber ein bisschen genauer könnte die Partei schon hinschauen, bevor sie ihn von jeder rechtsstaatlichen Verfehlung freispricht.

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          Den ungarischen Ministerpräsidenten Orbán hat die CSU besonders tief ins Herz geschlossen; er ist häufig Gast in Bayern, so wie jetzt beim Treffen der CSU-Landesgruppe. Ihn lädt die CSU regelmäßig ein, wobei es dahinsteht, ob sie ihn als Helden in der Flüchtlingsabwehrschlacht verehrt, sein Weltbild teilt oder weil sie andere Interessen mit Ungarn verbindet.

          Jedenfalls verspricht ein Auftritt Orbáns, dem Kritiker die Verletzung von Freiheitsrechten vorwerfen und der sich selbst als Retter des christlichen Abendlandes geriert, zusätzliche Aufmerksamkeit und öffentliche Erregung.

          Es ist löblich, dass die CSU den regelmäßigen Kontakt zu den Regierenden in Mitteleuropa sucht. Aber genauer könnte sie schon hinschauen, bevor sie Orbán von jedweder rechtsstaatlichen Verfehlung freispricht.

          Ihr Dauergast gehört zur Gruppe der Integrationsskeptiker in der EU. Das ist kein Frevel. Aber ist es so eindeutig im Interesse der CSU? Aus guten Gründen hält sie nichts von „Vereinigten Staaten von Europa“, aber ihr ist klar, dass Deutschland die Hauptlast zu tragen hat, wenn andere Lastenteilung verweigern.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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