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CSU-Parteitag : Von Missverständnissen und Mautregeln

  • -Aktualisiert am

Lob von der Kanzlerin für Seehofers CSU und die Bayern Bild: dpa

Nach den missglückten Aussagen der CSU über die häusliche Sprachpflege versuchte Horst Seehofer, seine Partei in Nürnberg wieder stark zu reden. Unterstützung bekam er von Angela Merkel, sie versprach einen Kabinettsbeschluss zur Maut noch vor Weihnachten.

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          In einer ungewohnten Rolle hat sich der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer am Freitag zum Auftakt des Nürnberger Parteitags versucht. Auf einem Forum zur Außenpolitik, in dem die Partei ihre üblichen Verdächtigen versammelte, um die üblichen Statements abzugeben, setzte sich Seehofer auf einen Tisch an der hinteren Wandseite. Das Wort Hinterbänkler traf es nicht ganz, Hintertischler schon mehr. Und Seehofer nutzte die Freiheit des Hintertischlers, der die Blicke schweifen lassen darf, wenn er nicht auf sein Smartphone starrt. Vorne dozierte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, hinten verschränkte Seehofer die Arme.

          Ganz konnte Seehofer, von einer Erkältung genesen, sich auf dem Parteitag aber nicht auf die Rolle des Hintertischlers zurückziehen. Natürlich blieben ihm Fragen nicht erspart, wie es sich mit der missglückten Aussage der CSU über die häusliche Sprachpflege verhalte. Und natürlich blieb Seehofer bei der Sprachregelung, die seine Parteizentrale ersonnen hat. „Wenn ein Satz anders aufgefasst wird als er objektiv gemeint war, dann ändert man den Satz, das ist eine relativ einfache Sache“, ließ Seehofer wissen. Er kenne niemanden in der CSU, der auch nur in Erwägung gezogen habe, für das sprachliche Innenleben von Familien Vorschriften zu erlassen. Wer wollte, konnte argwöhnen, dass Seehofer öfters in der CSU auf dem Hintertisch sitzt, als gemeinhin angenommen wird.

          Nicht am Hintertisch sollte auf dem Nürnberger Parteitag die CDU-Vorsitzende Angela Merkel verharren, die am späten Nachmittag erwartet wurde. Die Reden der Kanzlerin auf CSU-Parteitagen sind zwar mittlerweile stark ritualisiert; was sollte sie auch anderes anstimmen als ein Loblied auf Bayern, auf die CSU und auf deren Vorsitzenden Seehofer? Doch die CSU-Delegierten mühen sich Jahr für Jahr, Begeisterung zu mimen; die Zeiten, in der sie demonstrativ Zeitung lasen, wenn Merkel ans Rednerpult trat, sind längst vorbei.

          Die CSU lässt nur zu gerne die Sonne der Kanzlerin über sich aufgehen und streift die Last, Missverständnisse in Leitanträgen gerade zu rücken, ab. Am Freitag war die Kanzlerin sogar so nett, der CSU noch einmal zu versprechen, dass in der nächsten Woche im Bundeskabinett eine Mautregelung beschlossen werde, die ausländische Autofahrer belastet.

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