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Rede beim virtuellen Parteitag : Großes Kino mit Markus Söder

Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder am Samstag in seinem Büro Bild: Reuters

Der CSU-Chef erklärt den Delegierten ausführlich seine Corona-Politik und gibt sich dabei demonstrativ sprachsensibel. Eine zentrale Rolle bei der Inszenierung spielt eine Tasse – mit „Game of Thrones“-Motto.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Die CSU hatte vor Kurzem ihren 75. Geburtstag. Unter normalen Umständen wäre das auf einem Parteitag mit Gebrüll gefeiert worden. Dass insbesondere der Parteivorsitzende Markus Söder davor normalerweise nicht zurückschreckt, hat er oft genug unter Beweis gestellt. Doch Corona machte der CSU in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung. Sie entschloss sich dazu, keine halben Sachen zu machen, und verlegte den Parteitag gleich komplett ins Virtuelle. Insbesondere dem Parteichef schien das gar nicht ungelegen zu kommen. Seine Ansprache an die etwa 700 Delegierten vor den „Endgeräten“, für die er hinter seinem Schreibtisch in der CSU-Landesleitung Platz genommen hatte, war, man muss es so sagen, großes Kino.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Es fing schon an mit der Tasse. „Winter is coming“ stand darauf. Es ist das Motto der ziemlich politiknahen Fantasy-Serie „Game of Thrones“ – Söder hat es schon mehrfach angewandt auf die womöglich drohende Entwicklung der Pandemie in den kommenden Monaten. Schon beim kleinen Parteitag im Mai hatte er eine Tasse an seiner Seite, damals mit Star-Trek-Motiv, die Resonanz war unterm Strich überwältigend. Diesmal setzte der Parteichef den Trinkbecher an einer ganz entscheidenden Stelle ein – an welcher, soll erst im Laufe des Artikels verraten werden. Diese Cliffhanger-Technik haben wir uns bei den beiden Moderatoren des Parteitags, der stellvertretenden Parteivorsitzenden Dorothee Bär und dem CSU-Generalsekretär Markus Blume abgeschaut.

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