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CSU ohne Seehofer : Ein Stück Bayern weniger

  • -Aktualisiert am

Charakterkopf: Horst Seehofer in München Bild: dpa

Mit Horst Seehofers Abgang könnte in der CSU bald einiges unterrepräsentiert sein: das Leichte, das Unberechenbare. Das Bayerische.

          4 Min.

          Horst Seehofer wird am Samstag auf dem CSU-Parteitag in München als Chef seiner Partei zurücktreten. Er selbst sprach in diesem Zusammenhang zuletzt öfter von „Erleichterung“. Leicht dürfte ihm der Schritt trotzdem nicht fallen. Seehofer war gerne Parteichef. In einer Art Abschiedsgespräch im Münchner Presseclub hat er vor Weihnachten erzählt, dass bei ihm der Wunsch, CSU-Vorsitzender zu werden, dem, Bayern zu regieren, vorausging. Das klingt plausibel. Zwar galt Seehofer immer auch als profilierter Sach- und Fachpolitiker, aber er ist kein Verwaltungsmensch und kein Exekutor, auch kein richtiger Landesvater – dafür ist er zu doppelbödig. Wirklich in seinem Element war er immer im politischen Kampf. Und der findet auf Parteiebene statt.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Der Wechsel gehöre zur Politik, hat Seehofer im vergangenen Jahr immer wieder gesagt. Nachdem er im März schon als bayerischer Ministerpräsident zurückgetreten war, ist der nun bevorstehende Rückzug allerdings auch der endgültige Beweis für seine politische Niederlage: Markus Söder, den Seehofer nach Kräften von der Staatskanzlei fernzuhalten versucht hat, wird jetzt auch noch in die CSU-Zentrale einziehen. Im Koalitionsausschuss in Berlin wird künftig er an der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer Platz nehmen, Horst Seehofer wird nur noch im Bedarfsfall hinzugerufen werden.

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