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Machtkampf in der CSU : Seehofer lässt Wechsel nach Berlin offen

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„Das war heute ein guter Tag für die CSU“: Horst Seehofer am Montag in München Bild: Reuters

Nach der Kür seines Rivalen Markus Söder zum künftigen Ministerpräsidenten gibt sich Horst Seehofer aufgeräumt. Bei seiner eigenen Zukunft bleibt er nebulös.

          Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer lässt einen Wechsel nach Berlin in ein neues Bundeskabinett offen. „Ich sage Ihnen gar nichts zu und schließe gar nichts aus“, sagte der 68-Jährige am Montag in München. Primäres Anliegen sei es jetzt, eine arbeitsfähige Regierung zustande zu bringen – das habe man auch dem Bundespräsidenten versprochen. „Kein Mensch kann heute sagen, ob es gelingt.“ Weitere Fragen stellten sich jetzt nicht.

          „Was sich weiter für mich da ergibt, das werden wir sehen“, sagte Seehofer und betonte: „Für mich muss sich nichts ergeben, damit wir uns richtig verstehen.“ Er sei ein freier Mensch. „Ich bin jetzt nicht in der Karriereplanung für mich, wirklich nicht.“ Seehofer sagte weiter, er glaube, dass er „in Berlin noch einen wichtigen Beitrag leisten“ könne.

          Seehofer drängte die SPD am Montag zu Gesprächen über eine große Koalition im Bund. Deutschland brauche eine stabile Regierung, wobei die CSU auf eine große Koalition setze, sagte Seehofer in München. Er hoffe, dass es nach dem SPD-Parteitag am kommenden Wochenende „zu zügigen ernsthaften Sondierungen und dann auch zu Koalitionsverhandlungen kommen“ werde.

          Seehofer will das Amt des Ministerpräsidenten im ersten Quartal des kommenden Jahres an den bayerischen Finanzminister Markus Söder abgeben, selbst aber Parteichef bleiben. Diesem Plan stimmten am Montag sowohl die CSU-Landtagsfraktion als auch der Parteivorstand einstimmig zu. Mitte Dezember soll ein Parteitag zustimmen.

          „Das Werk ist getan, möchte ich nach fast lückenlosen Gesprächen sagen“, sagte Seehofer am Montagmittag nach der knapp dreistündigen Sitzung des Parteivorstands. „Im Bereich des ersten Quartals 2018 werde ich meine Amtsgeschäfte übergeben.“ Er kündigte zugleich an, auf dem Parteitag abermals als Parteivorsitzender zu kandidieren. „Das war heute ein guter Tag für die CSU.“ Vorstand und Landtagsfraktion seien seinem Personalvorschlag einhellig gefolgt, sagte Seehofer. Er gehe daher davon aus, das auch der Parteitag zustimmen werde. „Ich habe Markus Söder und er mir eine gute Zusammenarbeit versprochen.“ Beide seien aber klar, dass Ankündigungen nicht ausreichen, sondern mit Taten gelebt werden müssen. „Wir werden das beide tun.“

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