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Neue Drogenbeauftragte : „Wir müssen über Cannabis reden“

Bild: AFP

Daniela Ludwig von der CSU ist die neue Drogenbeauftragte. Sie legt ordentlich Tempo vor. Sogar die SPD lobt sie.

          6 Min.

          Manche wichtigen Ämter tragen kuriose Namen. Es wird nur deshalb nicht ständig darüber geschmunzelt, weil sich alle an den Namen gewöhnt haben. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung etwa ist nicht für die Drogen der Bundesregierung zuständig, da gibt es hoffentlich gar keine. Offiziell lautet die Amtsbezeichnung „Beauftragter der Bundesregierung für Drogenfragen“. Der Beauftragte gehört zum Gesundheitsministerium, verfügt über ein halbes Dutzend Mitarbeiter und soll die Drogenpolitik der Regierung einerseits koordinieren, andererseits in die Öffentlichkeit tragen. Aktuell tut das Daniela Ludwig, Mitglied der CSU, aus Rosenheim stammend, Juristin, Mutter von Zwillingen.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Sie würde dem Amt auch gern einen neuen Namen geben, wenngleich weniger aus sprachlichen Gründen. Sie würde sich gern Suchtbeauftragte nennen. Damit aber wird sie sich kaum durchsetzen, zu etabliert ist der gegenwärtige Name – und letztlich auch nicht so wichtig. Ihr Amtsverständnis aber richtet Ludwig schon so aus, denn Sucht kommt nicht nur aus Drogen, legalen wie illegalen. Es gibt auch ein Alltagssuchtverhalten, etwa wenn das Internet süchtig macht oder das Smartphone. Ludwig sieht die Aufgabe auch weniger im Bekämpfen von Sucht. Vorbeugung findet sie viel wichtiger, weil die wirksamer und kostengünstiger ist.

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