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CSU : Die Kleinste und der Größte

Bild: reuters

Seehofer ist mit sich und der Welt zu 95,3 Prozent zufrieden. Das hat ihm aber nicht die Beweglichkeit geraubt.

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          Den Mandaten nach wird die CSU die kleinste Partei in der kommenden großen Koalition sein, so diese die Mitgliederbefragung der SPD übersteht. Ihrem Empfinden nach aber ist die CSU die Größte, und das nicht ganz ohne Berechtigung. Bei der Landtags- und bei der Bundestagswahl erzielte sie Ergebnisse, von denen sogar die 42-Prozent-CDU nur träumen kann. Der SPD führte die CSU auf ihrem Parteitag vor, wie man einem Vorsitzenden in den Berliner Koalitionsverhandlungen den Rücken stärkt. Anders als die Sozialdemokratie weiß die CSU freilich auch, was sie will: in Berlin mitregieren, und zwar so machtvoll wie möglich.

          Der bundespolitische Anspruch der CSU hat ihre Schwächephase nach dem Verlust der absoluten Mehrheit gänzlich unbeschadet überstanden. Maut und Mütterrente sind nicht Erfindungen von ein paar Bürokraten im Verkehrs- und im Sozialministerium. Mit Forderungen wie diesen unterstreicht die CSU ihren Willen, nicht nur Bayern nach ihren Vorstellungen zu gestalten, sondern ganz Deutschland. Das kommt jedenfalls im Freistaat ziemlich gut an. Weil es der Partei unter Seehofer auch noch gelang, die alte Gleichung Bayern = CSU wiederzubeleben, kann die Partei vor Kraft kaum noch laufen. Sie ist die vitalste Volkspartei Deutschlands, vermutlich sogar Europas.

          Das werden die Schwester und die SPD in der Schlussrunde der Koalitionsverhandlungen zu spüren bekommen. Die Wunschlisten der „Fachpolitiker“ müssten zusammengestrichen werden, sagt Seehofer. Aber natürlich gilt das nicht für die Forderungen der CSU, die sakrosankt sind, bis der große Vorsitzende persönlich etwas anderes entscheidet, etwa in der allerletzten Runde der Koalitionsverhandlungen. Beim Thema „Doppelpass“ deutete Seehofer schon an, dass ihm die Zufriedenheit mit sich selbst nicht die Beweglichkeit geraubt hat. Er will wie Merkel die große Koalition. Deshalb wird auch er die SPD nicht demütigen. Aber schon bei einem Münchner Zamperl weiß man genau, was Hund ist und was Schwanz, von den klaren anatomischen Verhältnissen bei einem Löwen, den Seehofer lieber zu Vergleichen heranzieht, ganz zu schweigen. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Und bei der CSU schenken sich nicht einmal die Kronprinzen und -Prinzessinnen etwas. Warum also der SPD?

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