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CSU : Aufbruch der Generation Aigner

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Im Landtag stehen schon zwei Protagonisten der Generation Aigner an der Spitze einflussreicher Ausschüsse: Oliver Jörg (Jahrgang 1972) leitet den Hochschul-, Albert Füracker, (Jahrgang 1968) den Landwirtschaftsausschuss. Der Abgeordnete Markus Blume (Jahrgang 1975) ist seit vergangenem Jahr Vorsitzender der CSU-Wirtschaftskommission; er treibt die Profilierung der CSU als eine Partei voran, die durch eine Ausrichtung auf die Digitalisierung die wirtschaftliche Spitzenposition des Landes wahren will.

Blume und andere Mitstreiter, die sich im Landtag zu einer „Jungen Gruppe“ zusammengeschlossen haben, versuchen, ein Defizit auszugleichen, unter dem die Regierungszeit Seehofers leidet: Anders als seinen großen Vorgängern Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber fehlt es ihm an einem großen, alle Themen zusammenbindenden Projekt für Bayern.

Strauß war der politische Wegbereiter des Hightech-Landes Bayern, der die Luft- und Raumfahrttechnik in den Süden der Republik holte. Stoiber, sein politischer Zögling, forcierte diesen Kurs, veräußerte Landesbeteiligungen und stieß mit den Erlösen Investitionen an; die Wissenschaftszentren, die im Weichbild Münchens, in Martinsried und Garching, entstanden, sind Beispiele für eine rigorose Modernisierungspolitik, die mit seinem Namen verbunden ist.

„Bayern 3.0

Blume und seine Junge Gruppe wollen unter dem Leitmotiv „Bayern 3.0“ diese Geschichte fortschreiben; die CSU soll die Partei der „Digital Natives“ werden. Blume ist ein Beispiel, welcher Generationenwechsel sich in der CSU Bahn bricht; noch zieht Erwin Huber, der frühere CSU-Vorsitzende und Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Landtags, die Aufmerksamkeit auf sich, wenn es um die Wirtschaftspolitik der CSU geht.

Huber (Jahrgang 1946) wird im nächsten Jahr auch wieder für den Landtag kandidieren; er wolle „weiterhin die Wirtschaftskompetenz der CSU verkörpern und damit einen ganz wichtigen Bereich des CSU-Profils abdecken“. Aber dieser Anspruch wird nicht mehr allzu weit tragen: Die Generation Aigner steht bereit, die Geschichte der CSU fortzuschreiben.

Prägende Gesichter

Auch im Bundestag gibt es neben Stefan Müller noch mehrere jüngere Abgeordnete in der CSU-Landesgruppe, mit denen sich Hoffnungen verbinden - der Außenpolitiker Thomas Silberhorn (Jahrgang 1968), der Innenpolitiker Stephan Mayer (Jahrgang 1973), Generalsekretär Alexander Dobrindt (Jahrgang 1970) und die stellvertretende Generalsekretärin Dorothee Bär (Jahrgang 1978) gehören dazu. Der personelle Bogen der Generation Aigner schließt sich im Europaparlament - mit Anja Weisgerber (Jahrgang 1976), Martin Kastler (Jahrgang 1974) und Manfred Weber (Jahrgang 1972). Weber übt gewichtige Ämter aus - er ist stellvertretender Vorsitzender der EVP-Fraktion, Vorsitzender der CSU-Zukunftskommission und Vorsitzender des Parteibezirks Niederbayern. Er wird eines der prägenden Gesichter der Generation Aigner sein.

Die Generation Aigner der CSU steht - bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen politischen Naturelle, die eine Volkspartei ausmacht - für einen pragmatischen Politikstil ohne große Überhöhungen und Zuspitzungen. Die von Gauweiler und Scharnagl intonierte Klage, 1871 sei Bayerns Glorie preußischer Hegemonie geopfert worden, gehört nicht zu ihrer Lebens- und Erfahrungswelt. Dass auch sie auf eine möglichst große Eigenständigkeit Bayerns gegenüber Berlin und Brüssel achten wird, steht dazu nicht im Widerspruch.

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