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CSU-Kommentar : Unbayerisch

  • -Aktualisiert am

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Bild: dpa

Im verzweifelten Bemühen um bessere Umfragewerte haut die CSU mit dickem Knüppel auf die AfD ein. Noch kühner ist ihre Behauptung, sie besitze den „Alleinvertretungsanspruch für das bürgerliche Lager“.

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          Man muss kein Anhänger der AfD sein, um das Vorgehen der CSU erstaunlich zu finden. In dem allmählich Züge der Verzweiflung annehmenden Bemühen, die Umfragen knapp ein halbes Jahr vor der bayerischen Landtagswahl weiter Richtung absolute Mehrheit zu treiben, hat der Parteivorstand jetzt ein sogenanntes Strategiepapier beschlossen, in dem es mit dem dicken Knüppel gegen die AfD geht. Diese sei „unbayerisch“, sei ein Feind von allem, wofür Bayern stehe. Und weiter: „Brauner Schmutz“ habe in Bayern nichts verloren.

          So gerne mancher in der AfD sich rhetorisch auf jenen Bereich vorwagt, in dem die Abgrenzung zum „braunen“ Teil der deutschen Geschichte zumindest schwierig wird, so ist es doch problematisch, die gesamte Partei und damit ihre – derzeit auf zwölf bis dreizehn Prozent geschätzte – potentielle Wählerschaft in die Nazi-Nähe zu rücken.

          Noch kühner ist aber die Behauptung der CSU, sie besitze den „Alleinvertretungsanspruch für das bürgerliche Lager“. Alle anderen Parteien bis zur FDP haben keinen Anspruch darauf, sich bürgerlich zu nennen?

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

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