https://www.faz.net/-gpf-a4q4k

Coronazahlen auf Höchststand : Infektionsrisiko Berlin

  • -Aktualisiert am

Risikospiel: Union-Fans ohne Masken und Abstand im September zum Bundesligauftakt gegen Augsburg. Bild: dpa

Trotz der höchsten Zahl an Corona-Infizierten aller Bundesländer unternimmt Berlin nur das Allernötigste. Nun wird sogar ein Bundesliga-Spiel mit tausenden Zuschauern erlaubt. Das bestärkt Corona-Leugner.

          1 Min.

          Berlin liegt mit einer Inzidenz von 105 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen an der Spitze der Bundesländer; auch bei den Landkreisen folgen auf Berchtesgaden zwei Berliner Bezirke. Die Gesundheitssenatorin mahnt seit Tagen, der Lockdown stehe vor der Tür; sie setzte eine Beschränkung auf 25 Gäste mit Dokumentation bei privaten Feiern, eine Höchstzahl von sechs Menschen an einem Tisch in Gaststätten und eine Maskenpflicht auf Märkten und belebten Straßen und Plätzen durch, mehr aber auch nicht. Während andere Länder schon bei 35 Neuinfektionen eine Maskenpflicht für alle Schüler verhängten, konnte sich die Berliner Schulbehörde nach Protesten zumindest auf das Maskentragen für Oberstufenschüler und Lehrer verständigen.

          Wer sich in der Hauptstadt das Eigenleben der Bezirke anschaut, darf sich nicht wundern: Während der Innensenator die Bundespolizei anfordert und um Hilfe bittet, um die Einhaltung der Corona-Maßnahmen zu kontrollieren, erlaubt das Gesundheitsamt Treptow-Köpenick, dass zum Heimspiel von Union Berlin gegen Freiburg an diesem Wochenende 5000 Fans ins Stadion kommen, obwohl bei einem Testspiel gegen die Auflagen verstoßen worden war. Das ist Wasser auf die Mühlen der Corona-Leugner, die in den Einschränkungen des Senats eine diktatorische Gängelung sehen. Und es gibt denen recht, die Berlin als Infektionsrisiko für das gesamte Land sehen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Nach dem siebzehnten Glühwein

          Fraktur : Nach dem siebzehnten Glühwein

          Im Erzgebirge lässt man sich die Laune nicht verderben. Dort haben die Leute schon ganz andere Sachen überstanden.

          Ein „Magnitsky Act“ für Europa?

          Neues Sanktionsregime : Ein „Magnitsky Act“ für Europa?

          Durch ein weiteres Sanktionsregime kann die EU in Zukunft schwere Menschenrechtsverstöße weltweit ahnden. Vorbild dafür ist ein amerikanisches Gesetz von 2016: der Global Magnitsky Act.

          Topmeldungen

          Reiner Haseloff (links) und Holger Stahlknecht (beide CDU)

          Haseloff entlässt Stahlknecht : Das Magdeburger Fiasko

          Die CDU in Sachsen-Anhalt vollführt einen heißen Ritt. Es spricht viel für den Koalitionsbruch. Dann geht es bis zur Landtagswahl so weiter. Das kann nur die Scharfmacher freuen.
          Da raucht der Kopf: Räuchermännlein, neueste Version

          Fraktur : Nach dem siebzehnten Glühwein

          Im Erzgebirge lässt man sich die Laune nicht verderben. Dort haben die Leute schon ganz andere Sachen überstanden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.