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Covid-19 : Warum die epidemiologischen Zahlen so verwirrend sind

Wissenschaftliche Antwort auf öffentliche Interpretationsprobleme: RKI-Vizepräsident Lars Schaade kündigt am 12. Mai eine neue Variante der Reproduktionszahl an. Bild: Reuters

Die täglichen Schwankungen der epidemiologischen Werte sind schwer zu interpretieren – besonders bei niedrigen Fallzahlen. Hat die Reproduktionszahl vorerst ausgedient? Kann eine neue Kennzahl helfen?

          3 Min.

          Wer in der vergangenen Woche die öffentliche Diskussion über die Corona-Zahlen des RKI verfolgte, der konnte abermals einiges lernen über die Missverständnisse, die deren Interpretation so oft hervorruft, und über die Frustration, die daraus entsteht. Die Debatte über den richtigen Zeitpunkt einer Lockerung der Maßnahmen vor rund einer Woche fiel mit einem offenkundigen Anstieg der neu vermeldeten Infektionen zusammen: 685 am Dienstag, 947 am Mittwoch, 1284 und 1209 am Donnerstag und Freitag. Am Samstag lag die aktuelle Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) für die Reproduktionszahl R dann wieder über dem Grenzwert von 1. Die Kritiker der Lockerungen fühlten sich bestätigt, doch dann ging die Zahl der Neuinfektionen wieder sprunghaft zurück: 667 am Sonntag, 357 am Montag – so wenige Fälle hatte es zuletzt Mitte März gegeben.

          Sibylle Anderl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Dass dieser Rückgang, abgesehen von den bekannten Meldeverzögerungen an Wochenenden, auch auf andere Probleme zurückzuführen war, sorgte zusätzlich für Verwirrung: In Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg hatte es offenbar Probleme bei den Zählungen gegeben, aus Baden-Württemberg wurden am Montag gar negative Zahlen von Neuinfektionen vermeldet. Was sollte man aus diesen Zahlen, die mittlerweile wieder auf dem Niveau der Vorwoche angekommen sind, schließen?

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