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Horst Seehofer : „Verzicht auf Auslandsreisen ist Bürgerpflicht“

  • Aktualisiert am

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat eindringlich vor Auslandsreisen gewarnt. Bild: dpa

Der Bundesinnenminister nennt Reisen in Gebiete, in denen Corona-Varianten stark verbreitet sind, töricht. Das Einreiseverbot aus den betroffen Ländern sei zwingend notwendig.

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          Bundesinnenminister Horst Seehofer hat an die Bevölkerung appelliert, auf sämtliche Reisen ins Ausland zu verzichten. Die Bundesbürger sollten derzeit von Auslandsreisen generell absehen: „Im Moment kann ich nur dringend an die Bevölkerung appellieren, jede nicht zwingend notwendige Reise ins Ausland unbedingt zu unterlassen“, sagte der Innenminister der „Augsburger Allgemeinen“. „Ich sehe das in dieser schwierigen Zeit sogar als Bürgerpflicht“, fügte er hinzu. „Jetzt ohne wirklich zwingenden Grund in Mutationsgebiete zu reisen, das muss ich deutlich sagen, wäre geradezu töricht“, sagte Seehofer.

          Die von der Bundesregierung beschlossenen Einreiseverbote aus von Coronavirus-Mutanten betroffenen Länder verteidigte Seehofer als zwingend notwendig. „Das Beförderungsverbot ist eine drastische Maßnahme, aber es ist zum Schutz unserer Bevölkerung absolut notwendig“, sagte der CSU-Politiker. „Es geht um die Abwehr von hoch infektiösen, mutierten Viren“, sagte er.

          Nach einem am Freitag gefassten Kabinettsbeschluss gilt bei Reisen aus bestimmten Ländern bis zum 17. Februar ein grundsätzliches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schifffahrtsunternehmen. Betroffen sind zunächst Reisende aus Großbritannien, Irland, Portugal, Brasilien und Südafrika. Ausnahmen gibt es für Menschen, die in Deutschland wohnen. Das Verbot soll auch nicht für Transitpassagiere an Flughäfen sowie den Frachtverkehr gelten.

          Die FDP kritisierte die neuen Einreisebeschränkungen. FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff sagte dazu: „Die Ausbreitung der neuen Corona-Mutanten muss gebremst werden, aber pauschale Einreiseverbote sind nicht der richtige Weg“, sagte Lambsdorff der „Rheinischen Post“. Mutationsgebiete müssten ausgewiesen und klar benannt werden. „Dann muss die Einreise von dort so reduziert werden, dass verbindlich alle Einreisenden noch am Flughafen getestet werden können“, sagte Lambsdorff.

          Noch sinnvoller wären nach Ansicht des FDP-Politikers Testungen vor Abflug. „Dass all das bisher trotz zahlreicher Ankündigungen nicht sichergestellt wurde, muss sich die Bundesregierung ankreiden lassen.“

          Verlässliche Tests, mehr Sequenzierung und das weitere Hochfahren der Impfkapazitäten seien der Schlüssel, „um die Mutanten auszubremsen und zwingend notwendig für eine Rückkehr zur Normalität“, sagte Lambsdorff. „Ganz wichtig ist, dass wir diese Maßnahmen mit unseren Nachbarn in der EU besprechen, denn wenn es abermals zu einem deutschen Alleingang käme, wäre das kontraproduktiv.“

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