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Lauterbach und Corona : In Kassandra-Rolle gefangen

  • -Aktualisiert am

Warner und Mahner: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Bild: dpa

Während Christian Drosten Anzeichen für das Ende der Pandemie erkennt, beklagt der Gesundheitsminister die Lockerung von Corona-Maßnahmen in den Bundesländern. Karl Lauterbach wirkt gefangen in seiner Rolle als Warner und Mahner.

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          Obwohl selbst Deutschlands bekanntester Virologe erste Zeichen für „das kommende Ende der Pandemie“ sieht, ficht das Karl Lauterbach nicht an. Der Gesundheitsminister betrachtet sich weiter als oberster Mahner und Warner vor zu „früher Sorglosigkeit“ und glaubt fest daran, das noch einmal eine „Winterwelle“ auf das Land zurollt. Zwar gesteht auch Lauterbach zu, es gebe „Hinweise auf eine Entschärfung der Situation“. Doch an der schon in vier und demnächst fünf Bundesländern aufgehobenen Isolationspflicht für Infizierte würde er am liebsten bis weit ins nächste Jahr festhalten.

          Es verfestigt sich der Eindruck, dass Lauterbach ungeachtet sinkender Corona-Fallzahlen und einer breiten Grundimmunisierung der Bevölkerung nicht aus seiner Rolle als Kassandra herausfinden kann oder will. Doch freiheitseinschränkende Maßnahmen wie Maskenpflicht und Isolationspflicht lassen sich nicht beliebig verlängern, wenn sich die Lage im dritten Jahr der Pandemie grundsätzlich verändert hat. Die zeitweise reale Gefahr einer Überlastung des Gesundheitswesens besteht nicht mehr. Das Risiko schwerer Verläufe ist angesichts einer hohen Impfquote und wirksamer Medikamente im Frühstadium der Erkrankung viel geringer als zu Beginn der Pandemie. Ihr Ende sollte deshalb nicht künstlich in die Länge gezogen werden.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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