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Corona-Epidemie : Die Welt wappnet sich

Nach Informationen dieser Zeitung fehlt es bei manchen Pflegediensten an der nötigen Schutzkleidung für Pfleger. Man glaube nicht, dass Pflegedienste sich in solchen Fällen „so einfach aus der Verantwortung stehlen“ könnten, hieß es beim Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe. Wie eine Lösung für Betroffene aussieht, ist allerdings unklar. Die Pflegebedürftigen in Heime und Krankenhäuser einzuweisen sei „die schlechteste Variante“, hieß es. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste bestätigte, dass die Pflegedienste über Notfallpläne verfügen. Demnach müssten den Pflegern die „erforderlichen Schutzmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden“, sagte ein Sprecher des Verbands. „Allerdings ist Voraussetzung, dass diese auch verfügbar am Markt sind.“

Erstmals sind am Mittwoch zwei Infektionsfälle in den EU-Institutionen bestätigt worden. Betroffen ist zum einen ein Beamter der Europäischen Verteidigungsagentur in Brüssel. Dieser sei am 23. Februar von einer Italienreise zurückgekommen, teilte eine Sprecherin mit. Er habe vermutlich einen Mitarbeiter des EU-Ministerrats angesteckt. Dieser arbeitet in dem Gebäude, in dem sich die Minister der EU-Staaten treffen. Es sei aber nicht vorgesehen, deshalb in den kommenden Tagen Ministertreffen abzusagen, teilte das Generalsekretariat des Ministerrats mit.

Fußballspiele in Italien vor leeren Rängen

Die italienische Regierung hat unterdessen beschlossen, dass alle Bildungseinrichtungen würden von diesem Donnerstag an bis zunächst zum 15. März geschlossen. Das bestätigte Schulministerin Lucia Azzolina am Mittwochabend. Davon sind landesweit knapp neun Millionen Kleinkinder, Schüler und Studenten sowie deren Familien betroffen. In den besonders von der Epidemie betroffenen Regionen im Norden des Landes sind Kindergärten, Schulen und Hochschulen schon seit der letzten Februarwoche geschlossen.

Sportminister Vincenzo Spadafora sagte, dass sämtliche Spiele der ersten Fußballliga bis auf weiteres hinter verschlossenen Türen ausgetragen würden. Die für Mittwoch und Donnerstag angesetzten Rückspiele der Halbfinalbegegnungen im Pokal zwischen Juventus Turin und AC Milan sowie zwischen Neapel und Inter Mailand wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Auch andere Sportveranstaltungen sollen für mindestens einen Monat ohne Zuschauerbeteiligung stattfinden. Italien ist das am schwersten von der Virus-Epidemie betroffene Land Europas. Die Zahl der Infizierten wurde von den Behörden am Mittwochnachmittag mit rund 2500 angegeben, mehr als 100 Menschen starben an der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit. In den Nordregionen wurden Kliniken angewiesen, Operationen möglichst aufzuschieben, um Betten in isolierten Intensivstationen bereitzustellen.

Israel schränkt Einreisen ein

Israel verbietet wegen des Coronavirus nun auch Einreisen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich und der Schweiz. Seit Tagen verweigert Israel bereits Besuchern aus Italien, China, Japan, Südkorea, Hongkong, Macau, Thailand und Singapur die Einreise. Nur Menschen mit israelischem Personalausweis sowie Ausländern, die eine Möglichkeit nachweisen können, sich in Israel in Quarantäne zu begeben, soll die Einreise aus diesen Ländern weiter erlaubt sein.

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Diese Maßnahme werde in den kommenden Tagen in Kraft treten, teilte das israelische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Der amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, aus diesen Ländern wieder einreisende Israelis müssten sich für 14 Tage in Quarantäne begeben. „Wir befinden uns mitten in einer weltweiten Epidemie, die vielleicht die gefährlichste des Jahrhunderts ist“, sagte Netanjahu in Jerusalem. In Israel gibt es bislang 15 Infizierte, doch sind keine Todesfälle bekannt.

Netanjahu wies die Israelis an, sich nicht mehr die Hände zu geben. Die Behörden verbieten Versammlungen von mehr als fünftausend Menschen, der Jerusalemer Marathon und alle internationalen Konferenzen werden abgesagt. Der kleine Flächenstaat Israel mit seinen neun Millionen Einwohnern wurde vergangenes Jahr von rund vier Millionen Touristen besucht, der Besucherstrom hat die Sorgen vor einer raschen Verbreitung des Coronavirus vergrößert.

Der stellvertretende Direktor des Gesundheitsministeriums Itamar Grotto äußerte indes, dass es noch keine Israelis gebe, die sich nicht im Ausland angesteckt hätten. Gleichwohl sei eine Ausbreitung des Virus in Israel unabwendbar, das Gesundheitsministerium könne derzeit die Ausbreitung nur verzögern. Berichten zufolge plant die Fluggesellschaft El Al wegen Umsatzeinbußen, Hunderte Mitarbeiter zu entlassen.

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