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Söders 2G-Vorstoß : Geimpft, genesen, gekniffen

  • -Aktualisiert am

Sie liest noch 3G vor, da denkt er schon 2G: Söder und Merkel nach den Bund-Länder-Beratungen am 10. August Bild: dpa

Die Kakophonie gehört zu den Konstanten der deutschen Corona-Politik. Vor allem Markus Söder hält es auf dem Boden des Vereinbarten nie lange aus. Hat das diesmal sein Gutes?

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          Es ist nicht einfach, auf der Höhe der Corona-Regeln zu bleiben. Das liegt am volatilen Gefährdungs- und Erkenntnisstand, aber auch an der föderalen Vielstimmigkeit. Eine der verlässlichsten Konstanten ist das Unvermögen von Bund und Ländern, sich auf einprägsame Grundsätze zu verständigen. Wer sich von der Ministerpräsidentenkonferenz eine neue Formel zur Lagebeurteilung erhoffte, wurde enttäuscht.

          Zunächst setzte die Kanzlerin durch, dass bei einer Inzidenz von 35 die Zügel angezogen werden. Jetzt stampfen die Länder ihre Stufenpläne ein, und in Stuttgart wird gar verkündet, die Inzidenz spiele für den Alltag gar keine Rolle mehr. Das freilich klingt postpandemischer, als es ist, denn diesen Alltag genießen nur Geimpfte, Genesene und frisch Getestete. Für manche Aktivität ist künftig gar ein PCR-Test verpflichtend.

          Bayerns Ministerpräsident Söder wiederum stellte den Bürgern schon Minuten nach den gemeinsamen Beratungen statt der frisch bekräftigten 3G-Regel ein 2G-Regime in Aussicht, bei dem Nichtimmunisierte auch mit Tests keine Eintrittskarte ins gesellschaftliche Leben mehr bekämen. Ob die Gerichte das zuließen, ist fraglich, gibt es doch sehr zuverlässige Tests und umgekehrt durchaus infektiöse Geimpfte.

          Söder aber hat es selten gestört, anders zu reden, als zu handeln. Sollte das diesmal dazu führen, dass sich doch noch ein paar Verunsicherte zur Impfung durchrängen, hätte diese Sprunghaftigkeit wenigstens einmal etwas Gutes.

          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

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